Als ich die folgende Preisauszeichnung im Werbeprospekt eines großen Einzelhändlers sah, schwante mir “Böses”.

Zusammenfassen stand dort also Folgendes:

  • Das Angebot kostet eigentlich 34,95 €, natürlich mit Stern (*), der auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers hinweist.
  • Der normale Einzelpreis (an anderer Stelle des Angebotes ausgezeichnet.) beträgt 29,95 €.
  • Ab 2 Stück beträgt der Preis 25,00 €.

Nach Adam Riese sollten somit drei Stück 75,00 € kosten.

Bei diesem günstigen Angebot machte ich mich soeben direkt auf den Weg, um gleich drei Teile des Sonderangebots zu erwerben. Erstaunlicherweise waren noch genügend vorrätig, so dass ich mich mit dem vollgepackten Einkaufswagen zur Kasse begab. Dort angekommen nannte mir die Verkäuferin auch gleich den Gesamtpreis von – na? wer hätte es anders gedacht? – 89,85 €, also dreimal den Preis, den das Angebot “eigentlich” kostet.

Als ich die nette Dame auf das Angebot im aktuellen Prospekt hinwies, suchte sie dieses in ihrem persönlichen Angebotsprospekt. Ungeachtet dessen sagte Sie mir, dass der Preis so stimme, da die Kasse diesen ja genau so ausgegeben hat.

Kurzzeitig kam ich mir wie in einem Little Britain “Computer sagt Nein” Spot vor 😎

Nachdem sich nun weitere Kunden in der länger werdenden Warteschlage über die Bedeutung von “ab” und “je” diskutierten, rief sie direkt eine Kollegin an, um mit ihr zu erörtern, warum die Kasse diesen Preis nicht richtig ausgibt, obwohl es doch so im Prospekt steht. Nach längerer Diskussion kam sie dann mit ihrer Kollegin zu dem Entschluss, dass das “ab” wie folgt zu verstehen sei:

  • Das erste Stück kostet den “normalen” Preis von 29,95 €.
  • Stück zwei und drei dann jeweils 25,00 €.
  • Also in Summe: 79,95 €

Nach kurzer Diskussion mit weiteren Kolleginnen konnte dann der korrekte Gesamtpreis von 75,00 € durch Genehmigung der Marktleiterin im Kassensystem, für eben diesen einen Fall, übersteuert werden. Puh…. das war ja einfach 😉