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Öfter begegne ich Führungskräften die innerlich gekündigt haben und "auf dem Absprung" sind. Diese Folge hilft beiden Seiten: dem Arbeitgeber, weil eine nicht zu 100% verfügbare Führungskraft ersetzt werden kann & dem neuen Selbständigen mit vielen Tipps.

Maik Pfingsten erzählt über seinen Weg vom Angestellten hin zur Selbständigkeit und gibt vier wertvolle Tipps, die ihm große Verluste erspart hätten... wenn er diese Praxis-Tipps nur eher erfahren hätte. Ich empfehle diese Folge allen Angestellten, die darüber nachdenken sich selbständig zu machen und allen Selbständigen, die manchmal so ein komisches Gefühl in der Magengegend haben, wenn sie an Steuern, Preisverhandlungen und die "Zeit gegen Geld Falle" denken.

Die Shownotes zu dieser Podcastfolge

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Im Gespräch mit Maik Pfingsten

Oliver Ratajczak: Hallo, schön, dass du wieder dabei bist, bei einer neuen Folge von:  Auf einen Kaffee mit im Blickwinkel-Kunde-Podcast. Und ich freue mich heute wirklich ausgesprochen, dass dieser Gast zugesagt hat, denn das ist tatsächlich derjenige, der unglaubliche Podcaster, der mich zum podcasten gebracht hat, dessen Podcast der erste war, den ich je gehört habe. Und jetzt ist er hier. Hallo Maik Pfingsten.

Maik Pfingsten: (lacht) Hallo Oliver. Danke, was für eine Begrüßung.

der erste Podcast, den ich je gehört habe

Oliver Ratajczak: Ja, es war ja tatsächlich so. Also, ich habe damals irgendwie gedacht, keine Ahnung, wie lange das her ist, Podcast, was gibt es denn da alles? Und da bin ich irgendwie, glaube ich, bei deinem Lifestyle Entrepreneur hängengeblieben und habe gedacht, das ist irgendwie cool. Und da habe ich mich gefragt, wie geht denn das? Dann kam ich zum podcasten.

Maik Pfingsten: Ja, ist so ähnlich wie bei mir. Ich habe auch 2011, bin ich so über das Hören an Podcasten gekommen und habe irgendwie gedacht, wie geht denn das? Und habe dann 2012 meinen ersten Podcast gestartet, den Zukunftsarchitekten, den Ingenieur-Podcast und dann 2014 den Lifestyle Entrepreneur, den Podcast für die Selbständigen und Unternehmer.

Oliver Ratajczak: Genau, da bin ich dann irgendwie dazugekommen. Aber bevor wir hier direkt in medias res losquatschen, sage doch erstmal, was bist du denn für einer? Wo kommst du her? Was machst du so?

Maik Pfingsten: Also von Hause aus bin ich Systemingenieur. Das habe ich mal studiert. Da bin ich dann 2000 in die Automobilentwicklung spaziert, war dann erstmal ein sogenannter Embedded Software-Ingenieur, das heißt ich habe die Software geschrieben, die in deinem Auto rumfährt, habe dann relativ schnell Software-Projektleitung, Projektleitung übernommen. War verantwortlich für das Kurvenlicht, was 2003 in die E-Klasse beim Daimler reinkam. Das war mein Baby. Das, der Algorithmus, den habe ich selber entwickelt und das ganze Team, was den ganzen Kram, habe sogar ein Patent drauf auf dem Algorithmus. Verrückte Zeiten, ist ewig her. Na ja, und in der Zeit war es so, dass ich sehr häufig von meinen Chefs immer die ganzen Projekte auf den Schreibtisch kriegte, die nicht gut gelaufen sind. Also immer die, die nicht funktionierten. Die waren bei mir.

Oliver Ratajczak: Das kenne ich.

Maik Pfingsten: Und ich habe mich immer gewundert so, warum kriege ich eigentlich diese ganzen doofen stressigen Projekte? Und die Kollegen machen da irgendwie Nine-to-five. Weil ich habe morgens mit der einen Seite der Erdkugel telefoniert und abends mit der anderen. Und irgendwann merkte ich, das macht mir Spaß. Und dann habe ich, für mich war schon immer klar, dass ich mich irgendwie selbständig machen wollte, das eigentlich schon seit meiner Jugend. Und habe damals schon entschieden, als ich die Stelle angetreten habe, dass ich 2005 mich selbständig mache. Ich habe ein paar Nächte lang nicht gut geschlafen, weil ich eine Kündigung auf dem Tisch liegen hatte. Also ich habe ja meine Kündigung geschrieben. Die lag auf dem Schreibtisch. Und ich habe damals schon 80 Tausend Euro Jahresbrutto als Gehalt bekommen. Da denkst du dann schon paar Mal drüber nach. Und dachte, na ja gut, machst du halt.

Maik Pfingsten: Was soll schon schiefgehen?

Was ist eigentlich eine Lastenheft?

Oliver Ratajczak: Ja, ich hatte keine Kinder, keine Verpflichtungen. Also im Zweifel, wenn es nicht funktioniert, dann finde ich schon wieder irgendwie einen Job. Und dann kam die nächste Frage. Was mache ich denn als Geschäft? Und da war dann irgendwie klar, meine Chefs hatten damals nicht ganz ohne Grund mir das Thema gegeben. Anscheinend liegt mir das, dieses Projekte retten, wieder aufs Gleis stellen durch extra rausfahren, vor allem in der Automobilentwicklung. Das habe ich lange, lange Zeit gemacht bis Ende 2013. Da war dann irgendwann der Effekt, dass ich bei einem Meeting bei einem Automobilhersteller, wir haben einmal im Monat natürlich so ein Troubleshooting Meeting gehabt, bin ich dann nach dem Mittagessen über dem Laptop eingeschlafen. Das letzte Mal ist mir dann 99 passiert in der Vorlesung. Und dann habe ich gedacht so, okay es ist Zeit, mal was anderes zu machen. Weil Projekte retten, das war so Routine für mich, große 150 Mann in internationale Projekte. Ich brauchte was anderes. Und habe damals schon angefangen, ich war ja jetzt mittlerweile ein paar Jahre selbständig. Habe schon einige Firmen gegründet, erfolgreich verkauft, erfolglos geschlossen. Ich habe eine Insolvenz miterlebt, alles mögliche, auch da an Erfahrung gesammelt und habe irgendwie gedacht so, irgendwie muss das anders gehen, da so mit dem Ingenieurbüro und dem Internet und dem ganzen Hin und Her. Also eigentlich schon kam der Gedanke so mit 2010. Und ja und durch Zufall habe ich 2015 eine Dienstleistung in meinem Ingenieurbüro, das ist das sogenannte Lastenhefte schreiben. Die unter euch, die kein Lastenheft, den Begriff nicht kennen, das ist so was ähnliches wie ein Bauantrag, den ein Architekt für euer Haus macht. Sowas machen wir Ingenieure für technische Systeme, also egal, ob jetzt Kaffeemaschine, Auto, Lokomotive, Flugzeug. Wir schreiben dafür ein Lastenheft. So.

Oliver Ratajczak: Also das ist sozusagen ein Dokument, in dem drinsteht, was man eigentlich haben will. Und mit diesem Dokument geht man dann in den Markt und sagt: „Liebe Entwickler, liebe Dienstleister, wer kann mir das bauen für welchen Preis?“ Oder?

Maik Pfingsten: Genau. Das ist im Grunde das Wünsch-dir-was des Auftraggebers, wie ich das immer so liebevoll nenne. Und genau das habe ich vorher auch schon als Dienstleistung angeboten, dass wir Lastenhefte geschrieben haben. Das ist halt ein Teil des Handwerks eines Systemingenieurs, so ein bisschen ähnlich wie beim Architekten. Und ja, und 2015 durch Zufall habe ich diese Dienstleistung standardisiert und war plötzlich in der Lage, sie zu automatisieren, zu virtualisieren und habe mittlerweile das gesamte Ding auf Autopilot, also mein gesamtes Ingenieurbüro. Und ja, vor zwei Jahren kamen dann mehr und mehr Freiberufler und Selbständige und dann auch hinterher mehr und mehr auch Angestellte, Topführungskräfte auf mich zu. Die sagten: „Hör mal, ich bin hier in so einem goldenen Zeit-gegen-Geld Hamsterrad gefangen. Ich habe da keine Lust mehr. Das, was du da machst, das will ich auch. Kannst du mir helfen?“

Maik Pfingsten: Und genau da ist jetzt die Stelle, wo sozusagen die Hörer sich wahrscheinlich denken, warum hat der den Maik genau eingeladen? Leute, jetzt hört mal genau auf. Jetzt ist wahrscheinlich, manche Hörer werden mich wahrscheinlich hassen, warum ich den Maik eingeladen habe. Manche werden mich auch hoffentlich lieben. Ihr wisst ja, ich helfe Unternehmen dabei, aus ihren Kunden Stammkunden zu machen. Und das funktioniert nur gut, wenn die Mitarbeiter gut miteinander arbeiten. In den letzten 19 Jahren habe ich diverse Leute getroffen, die zwar Führungskräfte sind, aber irgendwie sich da unwohl fühlen, irgendwie denken, ich müsste mal was machen. Mache ich mal was Eigenes? Soll ich mich vielleicht selbständig machen? Und da habe ich mir gedacht, bevor die da weiter sich schlecht fühlen an der Position und vielleicht auch gar nicht so hundert Prozent geben, dafür zu sorgen, dass die Teams gut miteinander arbeiten, machen wir denen doch vielleicht, bauen wir denen vielleicht eine kleine goldene Brücke und helfen denen ein bisschen, sich vom Acker zu machen. Hört sich doof an, aber sich vielleicht selbständig zu machen und vielleicht so mehr zum Wohl der Welt beizutragen. Und deswegen habe ich gedacht, Maik ist genau der Richtige.

Maik Pfingsten: Dankeschön.

Oliver Ratajczak: Du sagtest ja gerade, dass du genau das gemacht hast. Du hast dein Ingenieurbüro sozusagen digitalisiert, böses Wort vielleicht oder viel benutztes Wort, aber genau das hast du getan. Und damit hilfst du jetzt Leuten mit der Erkenntnis, sich auch selbständig zu machen. Kann man das so sagen?

Maik Pfingsten: Ja, also gerade der größere Teil der Leute, die zu mir kommen, sind halt schon Freiberufler und Selbständige, die schon seit fünf Jahren unterwegs sind. Blogger, die hunderttausend Euro Umsatz oder mehr machen und sagen: „Ich habe keine Lust mehr auf diesen Reisezirkus. Ich habe keine Lust mehr auf dieses goldene Zeit- gegen-Geld-tauschen. Ich habe keinen schlechten Stundensatz, aber ich habe auch kein Bock mehr auf diese 300 Stunden arbeiten im Monat.“ Und der andere Teil, der jetzt mehr und mehr auf mich zukommt, sind eben halt Führungskräfte, oftmals aus der mittleren oder oberen Führungskräfteebene, also auch locker hunderttausend Euro Jahresgehalt, locker natürlich AV-Verträge, klar, arbeiten zehn Stunden am Tag, fahren dann so eine Dreiviertelstunde morgens hin, abends zurück, und sind dann total frustriert, weil sie ihre kleinen Kinder nicht aufwachsen sehen. Also ein Gros der Jungs im Führungskräftekontext kommt dabei auf mich zu. Es kommen auch Mädels auf mich zu. Bei denen ist es auch, aber bei denen ist die Situation meistens mehr so, irgendwie, Eltern sind krank geworden oder selber nicht das Gefühl, das geht hier in die falsche Richtung mit der Gesundheit oder auch irgendwie, ich will jetzt endlich mal wieder mehr Zeit haben für die Kinder. Das gibt verschiedene Gründe, warum auch Führungskräfte, angestellte Führungskräfte auf mich zukommen. Die kommen deswegen auf mich zu, weil sie sagen: „Hör mal.“ Ich hatte keinen zum fragen. Als ich 2005 gestartet bin, ich bin ganz blauäugig losgestartet. Weißt du, ich habe natürlich damals schon im Studium 96 bis 2000 in jedem Gründerseminar von der Hochschule gesessen, wo Angestellte dir erzählen, wie Selbständigkeit funktioniert. Das ist auch immer so ein schräges Ding. Und keiner konnte mir das erzählen. Du hörst immer ganz viel, was du machen musst, aber keiner hat mir wirklich mal so aus dem Nähkästchen erzählt. Und dann hörst du natürlich immer so, ja du brauchst direkt einen Firmenwagen. Und du brauchst ein Kontokorrentkredit für deine Firma. Und ich habe das alles gemacht. Musst Mitarbeiter einstellen, musst Mitgesellschafter, musst groß werden, wachsen. Wir hatten zeitweise ein Ingenieurbüro mit 15 Mitarbeitern. Und keiner hat mir gesagt, dass es auch einen anderen Weg gibt, dass du quasi als sehr erfolgreicher Solopreneur mit einem Productized Service, das ist die Kombi, in der ich am Ende drüber rede, sehr entspannt, wenig arbeitest und sehr viel verdienst. Ich habe seit 2015, jedes Jahr kommt mein Steuerberater zu mir und sagt: „Ja, Herr Pfingsten, was auch immer Sie mit dem Internet machen, Sie müssen jetzt wieder vierzigtausend Euro nachzahlen.“ Und ich habe jedes Jahr noch mehr das Gefühl, dass ich irgendwie die ganze Zeit nur im Garten sitze und Zeit habe für meine Kinder.

Oliver Ratajczak: Ja, das hört sich jetzt so ein bisschen an wie diese ganzen Dinger hier, willst du auch nur am Strand rumliegen? Leute, nicht dass ihr glaubt, Maik ist nicht so einer. Der ist einer von den Guten.

Maik Pfingsten: Dankeschön. Genau deswegen will ich nämlich raus mit dem Thema. Das ist mir wichtig, weil ich hasse diese ganzen Schlangenöl-Verkäufer, weißt du? Man kann es nicht anders, das ist wie so ein fahrendes Volk, das nur mal jetzt und nicht mehr wie früher im wilden Westen rumfuhr, sondern heute eben halt im Internet rumfährt und dir erzählt, wie man schnell reich wird. Also definitiv, es ist keine Schnell-Reichwerden-Methode, definitiv nicht. Es ist ein Marathon. Der Punkt, weswegen ich die Idee bei dem Podcast dieses Thema für angestellte Führungskräfte mal anzusprechen, ist, weißt du, der entscheidende Punkt ist, es geht gar nicht darum, die einzigartige goldene Wollmilchsau zu finden, die jetzt mich dann reich und berühmt macht. Sondern was mir damals lange Zeit nicht klar war, ist, es gibt ein paar wenige, aber entscheidende Fehler, die ich gemacht habe. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass es diese Fettnäpfchen gibt, dass ich da hätte besser nicht reinlatschen sollen, dann hätte ich wahrscheinlich mehr als 250 tausend Euro, also ich habe 250 tausend Euro in einer Insolvenz versenkt. Das wäre nicht passiert. Also, weißt du, solche Sachen. Da war keiner da. Mir geht es gar nicht darum, euch zu sagen, das ist die beste Methode. Es gibt verschiedene Wege, sich selbständig zu machen. Aber es gibt eben so ein paar Fakten, das ist gut, wenn es Menschen, die aus Führungsebenen in die Selbständigkeit gehen wollen, wissen, weil allein dieses Wissen schützt sie davor, in diese ganzen Fallen reinzulaufen, diese ganzen Sackgassen abzulatschen, Fettnäpfchen auch zielsicher zu treffen. Und ja, vielleicht gehen wir mal so ein paar Sachen einfach mal durch.

Oliver Ratajczak: Gerne.

Maik Pfingsten: Wo ich so, einfach mal so Tipps und Tricks weitergebe. Also das eine ist Schulden. Wenn ihr privat Schulden habt für zum Beispiel ein Haus oder sowas, das ist Schulden, aber auch die meisten bei uns privat, ist klar, Konsumschulden ist nicht. Ist nicht gut, keine gute Idee.

Oliver Ratajczak: Habe ich vor kurzem noch gesehen. Da konnte man eine Playstation kaufen für tausend Euro, die eigentlich weniger kostet. Aber da waren da noch 400 Euro Gutscheine für zum Ausleihen von Spielen dabei, wo ich dachte, alter Schwede, da läuft echt was aus dem Ruder.

Maik Pfingsten: Genau sowas. Und sowas ähnliches kann man übertragen eigentlich auch in die Selbständigkeit. Egal was dir da Leute draußen sagen, gerade die ihr als Führungskräfte ja Experten, Expertinnen mit euren Themenfeldern seid, Ihr seid Geistesleister, ihr seid hochspezialisiert mit eurem Thema, was dazu führt, dass ihr für die Erbringung eurer Dienstleistung so gut wie keinerlei Infrastrukturkosten habt. Also seht zu, dass ihr in der Selbständigkeit nie nie nie irgendwo auch nur Schulden habt. Das war mein größter Fehler. Das war mit ein Grund für die Insolvenz damals. Weil du machst jetzt nur dein Bankkonto auf für deine Firma. Meistens gehst du ja zu deiner Hausbank, auch so eine Sache, die Hausbank führt dein Firmenkonto, wirklich die sinnvollste Option ist. Gehst zu deiner Hausbank. Ist ja auch okay. So. Die allererste Frage, die natürlich dir dein Bankverkäufer, und ich nenne die bewusst Bankverkäufer, weil das ist nichts anderes, deren Zweck und Ziel ist, dir was zu verkaufen. Diese Bankverkäufer verkaufen dir ein Kontokorrentkredit. Die stehen dann da und sagen: „Ja Herr Ratajczak, Herr Pfingsten, Sie brauchen doch jetzt mit Sicherheit mal so ein 25 tausend Euro Kontokorrentkredit. Das ist nichts anderes wie ein Überziehungskredit für die Privaten. Der Klassiker ist ja: „Da können Sie atmen, wenn der Kunde mal die Rechnung nicht bezahlt.“ Das ist der Standardverkaufsspruch. Nein, ihr braucht kein Kontokorrentkredit. In dem Moment, wo ihr das ablehnt, werdet ihr auch, das ist immer ganz spannend, weil werdet ihr komplett uninteressant für die Bank. Dann eröffnet ihr euch das Girokonto. Und dann ist gut. Seitdem hört ihr von denen auch nichts mehr, können die kein Scheiß verkaufen. Also das ist das Wichtigste.

Oliver Ratajczak: Ich hake kurz ein. Ich arbeite auch tatsächlich für Bankhäuser. Und es gibt da solche und solche. Man kann ja nicht immer alle über einen Kamm scheren. Aber ich weiß, glaube ich, genau, was du meinst.

Maik Pfingsten: Ja genau. Es gibt auch Gute, gar keine Frage. Vielleicht habe ich ein Händchen gehabt in meinem Leben früher, einfach alles schlechten. Oder es gibt, die Mehrheit ist gewisserweise ja so gestrickt. Ich weiß es nicht. Aber ich will einfach nur davor warnen, macht vor allem im Geschäftlichen niemals Schulden, schon gar keine Konsumschulden.

Oliver Ratajczak: Ja, du brauchst doch erstmal einen großen Wagen. Du musst ja repräsentieren. Du kommst vorher. Du bist vorher Bereichsleiter, Geschäftsführer irgendwo in einem Konzern vielleicht, machst dich dann selbständig. Und dann geht es halt nicht. Dann kannst du nicht mit einem Einser BMW vorfahren, muss dann schon der Siebener sein, wie früher. Und Sekretärin geht ja auch. Wie sollst du denn eine Reise buchen? Weiß du ja gar nicht. Also das hat mir vor kurzem einer gesagt, der sich jetzt selbständig machte, der sagte, ehrlich gesagt, er hätte gestaunt, wie komplex das so sein kann, an ein Bahnticket zu kommen. Da dachte ich, ja du hast eine Ahnung.

Maik Pfingsten: Gut, da können wir natürlich auch mit VAs arbeiten, aber da kommen wir vielleicht später noch mal zu.

Oliver Ratajczak: Virtuelle Assistenten.

Maik Pfingsten: Virtuelle Assistenten, die man sich dann dazu bucht. Habe ich auch, genau. Kommen wir zu dem Auto. Das ist ja das beliebteste, die größte Anschaffung, die wir haben. Weißt du, wie so ein Apple MacBook oder Air, oder was auch immer, geschenkt, die zweitausend Euro oder zweieinhalbtausend Euro, die dir die Rechtsversion kostet. Das ist ja nicht der große Betrag, den setzt du auch direkt steuerlich wieder ab. Aber das Auto ist schon doch ein ordentlicher Brummer. Und dann ist natürlich klar, ich komme aus einem Kontext, wo ich sowohl finanziell in der Lage war, wie aber auch durch die Situation meiner Rolle bei meinem alten Arbeitgeber, auch ein gewisses Fahrzeug zu fahren habe. Jetzt müssen wir uns folgendes überlegen. Punkt eins ist, mein Ziel war immer, maximal viel über das Internet abzuwickeln. Ich habe mein gesamtes Ingenieurbüro damals auch komplett virtualisiert für die Dienstleistung heute, betrete ich nicht ein einziges Mal überhaupt noch den Hof eines Kunden. Das läuft alles über das Internet vom Akquisegespräch über die Workshops über die Leistungserbringung über den Abschluss, alles über das Internet. Ich brauche kein Auto mehr. Das ist das ganz Verrückte.

Oliver Ratajczak: Das heißt du machst die Workshops auch sozusagen per Screen Sharing, oder was? Wie kann ich mir das vorstellen?

Maik Pfingsten: Genau. Kannst du ganz einfach. Es geht.

Oliver Ratajczak: Ich weiß, dass du das machst. Ich habe gedacht, ich sage es noch mal explizit, weil wahrscheinlich ein paar Hörer hier sagen, was? Wie soll das denn gehen?

Maik Pfingsten: Ja, ich habe es früher auch nicht geglaubt, muss ich ehrlich gestehen. Ich hatte 2012 ein großes internationales Projekt, was ich gerettet habe. Da saß ein Entwicklungsingenieur in Deutschland. Ich hatte ungefähr 20 Softwaretester in Ägypten in Kairo sitzen mit einer Projektleiterin. Ich hatte irgendwie ein Integrationsteam in Osteuropa sitzen, also Hardware-Softwareintegrationsteam. Man weiß dann auch manchmal nicht mehr so viel, wie viel Leute dann da irgendwie so rumsitzen. Ich hatte Leute in China. Ich hatte Leute in Indien. Ich hatte einen Trupp von irischen Testfahrern, die die ganze Zeit in China rumeierten. Ich hatte eine Hardware- und Konstruktionstruppe irgendwo in Frankreich, eine Algorithmusentwicklungstruppe in USA, in Kalifornien. Weißt du?

Maik Pfingsten: Die holt man nicht zum Jour fixe zusammen.

Oliver Ratajczak: Genau. Die holst du sowieso nicht zusammen. Das heißt wir haben die gesamte Kommunikation im Projekt, die lief eh die ganze Zeit nur über Swapp. Bei den Ägyptischen war das aber noch mal was besonderes, und zwar ist es so, das war 2012, als der Mursi damals vom Militär abgesägt worden ist. Und wir hatten die Situation, von der deutschen Bundesregierung hatten wir ein Verbot, dort hinzureisen. Die ägyptische Regierung hat ein Ausreiseverbot verhängt, weil, und das ist ganz spannend, 50 Prozent der Ingenieure in Ägypten sind Mädels. Die haben eine sehr hohe Frauenquote. Klar, wenn du da als Ingenieurin oder Projektleiterin arbeitest und da passiert da so ein Revolutionumbruch, egal in welche Richtung, und was man da so von hält, ist natürlich die Gefahr hoch, dass da irgendwelche Leute an die Macht kommen, die sagen: „Ich finde das doof, dass Frauen arbeiten.“ Und da haben die natürlich alle Angst vor gehabt. Die Regierung wusste genau, wenn die das nicht unterbindet, dann hauen die alle ab, extrem hochqualifiziert sind die. Die haben einen Ausbildungsstand auf unserem Level. Die haben oftmals in europäischen Universitäten studiert. Und dann war plötzlich die Situation, mit dieser Truppe musste ich definitiv alle Workshops über Swapp machen, vor allem manchmal sogar mit dem Risiko im Hintergrund, dass irgendwie irgendwer uns das Internetkabel in Ägypten durchhackt und wir über irgendeinen Satelliten Uplink dahinter versuchen noch weiter zu machen. Völlig irre Story. Da habe ich gelernt, wie man Workshops über das Internet moderiert. Also, wie gesagt. Wir kommen jetzt über Workshops zum Auto. Also Auto ist ja jetzt so ein großes Ding. Erstmal ist ein Auto für mich auch, der jetzt auch sogar aus der Autobranche kommt, ist das eigentlich zumindest mal für meine früheren Zeiten eine kontraproduktive Einstellung. Erstmal ist ein Auto nur ein Vehikel, was ein Kernproblem löst, von A nach B.

Oliver Ratajczak: Da ist Auto nicht die einzige Lösung.

Maik Pfingsten: Genau. Da denk mal darüber nach, dass das Auto nicht die einzige Lösung ist. Ich habe zeitweise in meinen Unternehmen überhaupt gar keinen Firmenwagen gehabt, weil ich gesagt habe, okay, ich komme eigentlich, das war meine Zeit noch als aktiver Troubleshooter, ich komme eigentlich ganz gut aus einem Mix von Mietwagen, ICE, Flugzeug durch die Gegend, Taxi. So. Damit komme ich hin. Damit komme ich, und wenn du eh gerade in Großstädten bist, dann willst du ja sowieso kein Auto haben, weil da weißt du ja gar nicht, wo du das hinparken sollst. Das heißt, denk ruhig darüber nach, ob ihr ein Auto wirklich braucht, und wenn ja, ja Herrgott, dann holt ihr euch einfach ein kleines Auto, was gebraucht ist, also im Verhältnis zu dem, was ihr gewohnt wart. Und wenn ihr meint, ja mit dem kann ich doch nicht beim Kunden auftauchen. Na ja, dann fährst du mit dem Auto halt zum Sixt und fährst dann mit dem Fünfer BMW, den du für 80 Euro am Tag mieten kannst, fährst du zum Kunden, machst deinen Termin, fährst wieder zurück zum Sixt, schmeißt den Fünfer ab. Und fährst mit deinem Auto wieder nach Hause. Oder was ich auch gemacht habe, was auch durchaus geht, ist, du fährst halt bis zwei Blocks vor dem Kunden. Und dann spazierst du halt einfach noch mal drei Minuten zu Fuß um die Ecke rum. Auch das geht. Das geht. Und das ist immer ganz lustig. Ich habe das auch, eine andere Möglichkeit, da kamen wir eh schon mal so ein bisschen drauf, dieses Thema, ja, jetzt habe ich ja keine Assistentin mehr oder Sekretariat oder sowas. Ich habe ein virtuelles Sekretariat. Die nehmen ganze Telefonanrufe, alles von mir. Mein ganzes Telefon ist dahin weitergeleitet. Die nehmen die alle an. Das Gleiche gibt es auch für Reiseservices. Man kann den Service buchen, da sagst du nur einfach: „Das sind meine Grundvorgaben, was meine Reisen angeht. Ich will an dem Tag von dann bis dann da sein. Ich will auch sicher dann da sein.“ Ja und dann machen die den Rest. Kostet dann halt, keine Ahnung, paar Euro Aufschlag dann da für die Dienstleistung, aber dafür hast du den Stress nicht. Das Lustige an diesem Telefonservice bei mir war damals, ich schreibe ja Lastenhefte für die Industrie, Maschinenbau, Mittelstand, das heißt ich habe häufig mit Abteilungsleitern zu tun, A-Projektleitern, Entwicklungsleitern, so diese mittlere Führungsebene. Und ich hatte einen Entwicklungsleiter bei einer Tochter von Zeiss. Der rief hier an in meinem Büro beziehungsweise ist ja durch die Weiterleitung in meinem Telefonservice gelandet. Und dann nehmen die den freundlich entgegen, und sagen: „Ja, Herr Pfingsten ist gerade nicht da, ruft Sie zurück so.“ Eine halbe Stunde später noch mal, dann noch mal versucht, mich zu erreichen. Irgendwie war es für ihn wichtig. Und war wieder am Telefonservice, weil ich natürlich immer noch nicht erreichbar war. Ich habe das Ding eigentlich Dauer 24/7 an, um ehrlich zu sein. Weil ich rufe lieber zurück, als dass mich einer in meiner Zeit, wo ich vielleicht gerade jetzt im Moment konzentriert mit dir im Podcast ein Thema bespreche, hier anruft. Rief er eine halbe Stunde später, hat die Nummer noch mal gewählt, war er wieder in diesem Telefonservice. Und dann, einen Tag darauf haben wir telefoniert. Und dann sagte er: „Sag mal Maik, sag mal, wie groß ist denn dein Ingenieurbüro? Wie viel Leute hast du denn an der Rezeption sitzen?“ Da habe ich in mich reingeschmunzelt und habe gesagt, für die zehn Euro im Monat bin ich bereit, so ein Bild abzugeben. Also wie gesagt, Schulden, Schulden, Schulden. Keine Schulden, niemals, no ever, never. Das Perfide an Schulden ist, plötzlich seid ihr fremdbestimmt. Solange ihr schuldenfrei seid, seid ihr selbstbestimmt. Warum erzähle ich das? Und warum reite ich so auf diesem Schuldenthema rum? Wenn du Aufträge hast, ist das alles gar kein Thema. Aber es wird so sein, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, kannst du jeden erfahrenen Selbständigen fragen. Manchmal reißt der Einnahmestrom ab. Der Auftragstrom reißt ab. Dinge verändern sich in der Branche. Dinge verändern sich in der Wirtschaft. Menschen verändern ihre Position. Firmen verändern ihre strategische Ausrichtung. Es gibt ganz viele Gründe, dass du plötzlich, ohne dass du es wirklich voraussehen konntest, in so eine Art Auftrags- und Einnahmeloch fällst.

Oliver Ratajczak: Klar, ich meine die Welt wird ja immer dynamischer. Da draußen passiert jeden Tag was Neues. Manche Firmen wechseln ihre Strategien wie so ein Hase, wenn er irgendwo über die Wiese läuft, hat man das Gefühl. Das ist schon teilweise erstaunend.

Maik Pfingsten: Genau. Und bei mir, in meinem Fall war es ja so, wenn ich als Toubleshooter so ein Projekt aufs Gleis gesetzt habe, das war so zwischen sechs und zwölf Monaten. Da musste ich auch raus, weißt du? Ich habe immer, von Tag eins an war mein Ziel, mich komplett überflüssig zu machen, weil danach bist du durch. Ich muss dann die Batterien aufladen. Da brauchte ich ungefähr drei Monate für. Das ist natürlich schwer, drei Monate lang keine Aufträge anzunehmen, wenn du Schulden hast. Wird auch kein Banker verstehen, warum du mal einfach Batterien aufladen musst. Also wie gesagt, es gibt geplant, aber in der Regel aber eigentlich eher ungeplant genau solche Situationen. Hast du Schulden, hast du ein Problem. Dann hast du ein Problem, dass du nachts aufwachst. Oh Gott, Scheiße, Hast du keine Schulden, hast du zwar immer noch das Problem, dass du keine Einnahmen hast, aber hast nicht das Problem, dass da hinter dir irgendeiner mit der Pistole steht und sagt: „So, ich will mein Geld zurück.“ Und deswegen, also mein Tipp Nummer eins, wenn ihr euch selbständig macht, niemals Schulden, niemals. Und da gehört das Auto zu. Da gehören feste Angestellte zu. Also warum feste Angestellte? Weil du Verpflichtungen hast. Menschen in Deutschland anzustellen, im deutschen Arbeitsrecht ist schwieriger, wenn du ihn wieder loswerden willst, als wenn du heiratest und dich scheiden lassen möchtest.

Oliver Ratajczak: Ja, also man kann da manchmal schon wirklich staunen, wie so die Rechtslage ist. Wenn man sich aber anguckt, wie zum Beispiel so Netzwerke funktionieren aus Freiberuflern, die gegenseitig sich Rechnungen stellen, alles gut. Man benutzt die Dienstleistung von dem, der stellt eine Rechnung und bezahlt die. Fertig, super flexibel alles und damit zufrieden. Gut.

 

Maik Pfingsten: Genauso, das kannst du machen. Du kannst ja genau in diesen Netzwerken, dir dann/ Das ist eine sehr moderne Art und Weise, heute wie Unternehmen aufgebaut werden, gerade Soloshows, also gerade so Soloproneur-Unternehmen, dass du eben halt ein Netzwerkunternehmen bist. Mein Tipp Nummer zwei, den ich auf jeden Fall/ Also wir haben jetzt mal das Thema Schulden, das ist, wie gesagt, das war mein großer Fehler. Hat mir nie einer erzählt. Ich hatte hinterher richtig, richtig geschäftliche Schulden. Da kannst du nachts nicht schlafen. Das würde ich nie wieder machen. Und das will ich auch keinem zumuten. Gut, bei mir war das noch mit dem Titel von ordentlich sechsstelligem Titel, den ich plötzlich gegen mich hatte und so. Und wusste nicht, ob morgen die Bank durchdreht. Also das willst du nicht. Thema Nummer zwei, investiere in dich selbst. Ich erlebe sehr häufig, dass Menschen sich selbständig machen, gerade aus Führungspositionen heraus. Sie sagen so, früher haben ja meine Arbeitgeber meine Schulungen bezahlt, aber das kostet ja auch schon Geld.

Oliver Ratajczak: Unglaublich.

Maik Pfingsten: Ja. Also wenn du gute Schulungen oder wenn du gute Dinge wirklich, gutes Wissen, dann ist das schnell auch mal vierstellig so ein Ding.

Oliver Ratajczak: Ja, aber es gibt doch total viele günstige Angebote da draußen. Da kann man besser die machen. Das Problem ist halt, die zahlst du halt mit Zeit. Und da machst du einen Kurs, und noch einen Kurs und wieder ein Kurs und irgendwie so.

Maik Pfingsten: Genau. Also, das ist die Frage, wie du. Du kannst natürlich kostenlos dich weiterbilden lassen, das dauert halt einfach viel Zeit. Du kannst dich über die günstige Schiene weiterbilden. Das dauert dann vielleicht nicht so viel Zeit. Aber meine Erfahrung ist auch meistens, in dieser Kostenlos-und-günstig-Schiene sind sehr häufig auch diese Schlangenöl-Verkäufer wieder im Internet unterwegs.

Oliver Ratajczak: Schöner Begriff.

Maik Pfingsten: Und ich tendiere eher dazu, lieber ein, zwei Schulungen, Weiterbildungen pro Jahr, die dann auch mal schnell zwei bis fünftausend Euro pro Stück kosten, in meine Weiterbildung zu investieren, weil ich weiß, Leute, die diese Preise nehmen und wo ich natürlich noch mal nachgeprüft habe, dass das auch wirklich keine Schlangenöl-Verkäufer sind. Da kriegst du Wissen von extrem hoher Qualität. Und du kriegst da auch Abkürzungen gezeigt, von denen du sonst nie erfährst. Und das kannst du vorausplanen. Du kannst ja sagen, also, hier ich plane pro Jahr für zehntausend Euro mich weiterzubilden. Jetzt muss natürlich noch die Reiserei mit reinrechnen, aber das heißt ja, zweitausend Euro Reisekosten hast du da drin, also für achttausend Euro Seminarinvestition. Und dann hast du das einfach im Vorfeld geplant und damit kannst du es auch ausgeben.

Oliver Ratajczak: Das ist ja wie im Unternehmen, da gibt es ein Weiterbildungsbudget, da kann man das nehmen.

Maik Pfingsten: Genau. Machst du selber, musst du mit dir selbst nur verhandeln, ob du dahin darfst (beide lachen).

Oliver Ratajczak: Wenn du das gut begründen kannst, denke ich, dann geht das.

Zeit gegen Geld tauschen

Maik Pfingsten: Die beste Begründung ist ja meistens wahrscheinlich Ehefrau, Ehemann. Ich muss dahin. Und das Dritte ist, und das ist meine absolute Empfehlung. Das einfachste Geschäftsmodell, was die meisten von uns sehen und kennen, eigentlich seit Jahren kennen, ist das sogenannte Zeit gegen Geld tauschen. Das sind wir gewohnt als Angestellter. Wir haben einen Arbeitsvertrag, egal ob AV oder Tarif. Also da steht, entweder klar oder verschwubbelt drin, wie viel Stunden wir pro Tag oder Monat zu arbeiten haben und wie viel Geld wir dafür kriegen. So. Das heißt wir haben ein Zeit-gegen-Geld-Tauschvertrag. Das sind wir gewohnt als Angestellte. Wenn du in die Selbständigkeit gehst, ist die erste Frage, die du dir dann natürlich stellst, was stelle ich denn da im Angebot rein? Und die meisten sagen, ach ja, komm, da machen wir Stundensatzbasis. Hört sich ja auch erstmal gut an. Und wir sind vielleicht auch schon ganz gut positioniert. Und dann nimmt man mal so 80 oder so 100 Euro die Stunde. Und wenn man das mal so hochrechnet, dann machst du mal so einen 300-Stunden-Angebot mit 100 Euro die Stunde. Das ist ja schon mal ganz nett. Das Problem ist, du wechselst damit in eins der bescheuertsten Geschäftsmodelle, die du in der Selbständigkeit dir aussuchen kannst.

Oliver Ratajczak: Was aber traditionell so üblich, in Anführungsstrichen, ist und das ja jeder macht seit immer. Und genauso geht es.

Maik Pfingsten: Genau. Und das ist ganz typisch. Also das ist extrem typisch, weil jeder macht es. Ein Freund von mir, der ist auch selbständig als Freiberufler. Der hat auch hier so ein Stundensatzbasisgeschichtensein. Ja, und das wird auch einem immer erzählt, ja, ja, du machst auf Stundensatzbasis. Du hast mehrere Probleme, die du dir einkaufst. Erstmal kaufst du dir ein, dass du eigentlich im gleichen Problemmodell bist wie in der vorherigen, nur du bist nicht mehr angestellt. Das andere ist, Stundensatz erhöhen ist schwierig. Wenn einmal deine Kunden an deine Stundensatzpreise gewöhnt sind oder branchenüblich nur bis zu einem gewissen Stundensatz überhaupt eingekauft wird, dann kannst du machen, was du willst. Da kannst du rudern, schreien und täterä. Da kommst du nicht drüber. Also ich hatte das damals als Troubleshooter. Ich habe als Troubleshooter einen Stundensatz gehabt. Der war ordentlich dreistellig. Das kriegst du durch keinen Einkauf in der Automotive durch, niemals, 100 Euro ist gnadenlos Schluss. Dann musst du schon mit Vorstandsbeschluss, darfst du dann vielleicht. Und dann kommen da so komische Deals, dass du dann einfach das Doppelte an Stunden in das Angebot reinschreibst und abrechnest und so weiter.

Oliver Ratajczak: Wenn so Kontrollsysteme dann selber an ad absurdum führen, das ist schon immer ganz schräg.

Maik Pfingsten: Jetzt, du kaufst dir noch ein nächstes Problem ein. Jetzt hast du ja so ein Angebot abgeschickt. Das war bei mir im Automotive so. Ich war ja früher als hochprofessioneller Feuerwehrmann im Projektmanagement. Kam ich dann voll aufgerüttelt mit meiner Ausrüstung. Da stand ich dann vor diesem Konzern, vor dem Eingang von diesem großen Unternehmen. Hinten im Turm, von den Entwicklern sahst du schon so den Entwicklungsleiter schreiend raushängen. Hinter ihm schlugen die Flammen meterhoch und vorne in der Drehtür standen Einkäuferinnen oder Einkäufer: „Herr Pfingsten, das ist zu teuer. Bestellen wir nicht.“ Und dann denkst du so.

Oliver Ratajczak: Schönes Bild.

Maik Pfingsten: Und dann fangen die da an. Und also wenn du wirklich lernen willst, wie du verhandelst, dann gehe in den Automobilsektor, in dem Fall in den Entwicklungsbereich, dann lerne, mit diesen Einkäufern zu handeln. So und jetzt kommst du dir vor wie ein Marrakesch auf dem Jahrmarkt. Und das ist so skurril, weil die verhandeln halt einfach, und die verhandeln und dieses, die verhandeln über den Stundensatz. Und du hast aber das Gefühl, die verhandeln eigentlich über deine Qualität. Das ist ein ganz beschissenes Gefühl. Bei jedem Euro, den du nachgibst, ist im Hinterkopf ein, ich bin es nicht wert. Also gerade in den Stundensatzgeschichten kaufst du eine ganze Menge Probleme ein. Das ist zum Beispiel bei einem Productized Service anders. Das habe ich dann selber gelernt vor fünf Jahren. Wir verkaufen ein Ergebnis. Und damit ist dem Kunden das egal, wie viel Stunden wir brauchen, um das Ergebnis zu produzieren.

Oliver Ratajczak: Was natürlich total schwierig ist, das sozusagen klassischen Einkäufern klarzumachen. Du gehst ja wahrscheinlich über den, keine Ahnung, Abteilungsleiter, Bereichsleiter, Geschäftsführer, der sagt: „Das wollen wir so.“ Und dann steht da ein Preis dran. Und dann kann man dieses Produkt sozusagen kaufen. Das ist praktisch ein Gewerk, oder Werkvertrag?

Maik Pfingsten: Ja, wobei wir ja in dem Sinne kein Gewerk liefern. Ich verputze jetzt nicht irgendwo eine Wand oder liefere eine Palette Schrauben, aber ich sichere ihnen ein gewisses Ergebnis zu. Ich sorge dafür, dass die Leute etwas, dass vielleicht ein strategisches Papier für die Entscheidung vorliegt, oder dass ein Lastenheft vorliegt, oder dass die Leute irgendwie von A nach B gebracht worden sind vom Wissensempfang, was auch immer. Also klar, ich verspreche denen schon ein Ergebnis, aber natürlich, das ist beim Productized Service sehr schön. Durch diese Standardisierung hast du sehr klar einen strukturierten Prozess, indem es abläuft mit Spielregeln. Und damit kannst du sicherstellen, dass das auch sicher hinten rauskommt.

Oliver Ratajczak: Und das ist vorher schon klar, was hinten rauskommt sozusagen?

Maik Pfingsten: Genau.

Oliver Ratajczak: Verstehe. Wenn/ Ich wollte dir jetzt nicht ins Wort fallen, aber wenn du noch mal zwei, drei Sätze zu den Productized Service sagen könntest, weil das ist bestimmt nicht vielen Hörern bekannt.

Maik Pfingsten: Ein Productized Service ist, die deutsche Übersetzung hört sich ein bisschen schräg an, eine produktisierte Dienstleistung. Also was ist das eigentlich? Es ist eine Dienstleistung, die ähnelt viel eher einem Produkt, das heißt der Kunde kauft ein Ergebnis, ein Produkt, wo er weiß, okay, beispielsweise das mit den Lastenheften. Wenn der Kunde fragt, ja wir brauchen ein Lastenheft. Sage ich: „Ja, können wir in zwei Wochen machen, erstellen, sortieren, füllen, prüfen, freigeben, haben Sie ein Lastenheft, zwei Wochen sicher vollständig, freigegebenes Lastenheft.“ Super. Und das kostet dann, der Standardpreis ist zwölfeinhalbtausend Euro. Und so zwei- bis dreimal im Jahr fallen mir dann hier über den Monitor Kunden rein, die wollen so heute abend ein Lastenheft haben. Da sage ich: „Ja, wir können nicht hexen, aber wir können zaubern. Wir können Sie einfach in unserem Kalender vorziehen, kostet halt einfach 25 tausend Euro.“ So. Das zahlen die auch. Das bedeutet, ich löse ein Kernproblem. Also ich bin ein Freund von eine Person, ein Problem, eine Lösung. Das ist erstmal so der Grundansatz. Und die Art und Weise, wie ich die Lösung liefere, ist standardisiert mit der Möglichkeit zu schauen, wo kann ich automatisieren dann? Wo kann ich digitalisieren, virtualisieren? All diese ganzen Sachen. Also Productized Service ist halt eher ein Produkt, was der Kunde kauft, um sein Problem zu lösen. Das ist keine individuelle Dienstleistung, wie er es sonst gewohnt war. Und da kann er das einfach entscheiden, will ich das kaufen? Oder will ich es nicht kaufen? Das macht das Verkaufen auch viel einfacher.

Oliver Ratajczak: Es ist ja auch, das Produzieren sozusagen, ist ja auch einfacher, weil es ja hoch standardisiert ist. Aber du kennst es halt nur und löst das Problem. Finde ich einen super spannenden Ansatz, der eben genau, wie du sagtest, rausführt aus der Zeit-gegen-Geld-Falle.

Maik Pfingsten: Genau. Und das bringt mich jetzt noch zu einem nächsten Punkt, den ich auf jeden Fall ansprechen will, wo ich euch auf jeden Fall einen Tipp mitgeben möchte. Und das Thema heißt, Einkommenssteuer. Du bist gewohnt als Angestellter, egal ob Führungskraft oder nicht, du kriegst ein Gehalt, netto, jeden Monat überwiesen. Ist jetzt mal egal, ob das zweitausend, fünftausend, achttausend Euro ist, die du monatlich kriegst. Du kriegst ein Gehalt von deinem Arbeitgeber überwiesen. Was dein Arbeitgeber aber macht, der zieht im Vorfeld schon die Einkommenssteuer ab und schiebt die zum Finanzamt rüber.

Oliver Ratajczak: Nicht unwesentliches kleines Detail.

Maik Pfingsten: Gar nicht unwesentlich, weil das ist übrigens eines der Hauptgründe, warum Gründer und Selbständige in den ersten drei Jahren scheitern. Was passiert?

Oliver Ratajczak: Ist das nachgewiesen? Also ich habe es immer vermutet.

Maik Pfingsten: Ja, es gibt dazu Studien, auch jeder, der halbwegs grade auf dem Baum sitzen kann, auch von diesen angestellten Gründungsberatern, auch die sind so mittlerweile so schlau, sowas so jemanden mitzuteilen. Aber, es ist ganz wichtig, weil das kann dir richtig die Füße von hinten wegziehen. Was passiert da? Du machst dich jetzt selbständig. Dann kriegst du das hin. Die ersten Kunden, vielleicht ist dann dein ehemaliger Arbeitgeber ja auch noch mal, ist häufig immer mal so. Du machst dich selbständig. Und dann fällt deinem Arbeitgeber auf so: „Oh Mist, den brauche ich ja mindestens noch ein halbes Jahr.“ Dann kriegst du direkt mal einen Auftrag verpasst.

Oliver Ratajczak: Soll vorkommen.

Maik Pfingsten: Ja, soll vorkommen. Und so, du planst jetzt mal so, ja 60, 70, 80  tausend Euro Umsatz das erste Jahr. Das ist schon okay. Ist jetzt nicht besonders viel, aber ist in Ordnung. Hört sich auch mal gut an, warst ja vorher hunderttausend Euro Gehalt gewohnt. So.

Oliver Ratajczak: Ab sofort selbsbestimmt ist ein Deal.

Maik Pfingsten: Genau. Was passiert ist, das Finanzamt kommt dann am allerersten Tag, wo du dich selbständig, mit einem schönen, ich weiß gar nicht, wie viel Seiten das heute sind. Damals bei mir waren es, glaube ich, 20 oder 25 Seiten, einen Fragebogen an, wo du dich erklären musst über, wer bist du eigentlich? Was macht deine Firma? Und warum macht die Firma was, wie macht und werden gemacht? Und wer steckt da eigentlich dahinter und so weiter. Und irgendwo trägst du ein, was ist der erwartete Jahresumsatz? Meistens ist es so, dass du ja nicht zum 1. Januar startest, sondern du startest zum 1. Mai oder zum 1. Oktober, ist völlig wurscht. Das nennt man dann Rumpfjahr. Das bedeutet, du trägst da irgendwas ein. Je kleiner die Zahl, die du einträgst, um so weniger Steuern musst du vorauszahlen. Also tragen die meisten von uns auch immer schön die ganz kleinen Zahlen ein.

Oliver Ratajczak: Supertrick.

Maik Pfingsten: Supertrick, ja. Schon zur Gründung Steuer sparen, was für Modell.

Oliver Ratajczak: Ja, wir lachen darüber, aber da habe ich schon viele lange Gesichter gesehen in meinem Umfeld.

Maik Pfingsten: Was passiert jetzt? Jetzt kommt, da sagt das Finanzamt: „Gut super, auf Basis dieser Zahlen, Herr Pfingsten, Herr Ratajczak, das ist toll. Zahlen Sie irgendwie pro Quartal Einkommenssteuervorausszahlung, das, was dein Arbeitgeber dir früher automatisch abgezogen hat, irgendwie 500 Euro.“ So. Da denkst du, ach das ist ja eigentlich nett. Und jetzt kommen da irgendwie sechzigtausend Euro zusammen. Denkst du, boah, ist ja ganz geil und gibst das Geld auch aus.

Oliver Ratajczak: Böse Falle.

Maik Pfingsten: Acht von zehn Selbständigen machen das bei der Gründung so, ungefähr die Größenordnung ist. Ich habe da jetzt, ich müsste noch mal Studien raussuchen. Aber der überwiegende Teil handelt so. Es ist verrückt. So. Und was machst du?

Oliver Ratajczak: Ja, liegt ja daran, weil, wie soll ich sagen, die Finanzabrechung oder Steuerabrechnung ist ja dermaßen träge. Das ist ja unglaublich, für Leute, die aus der Digitalisierung kommen, für die ist das ja nicht zu fassen, wie lange die brauchen, um so was zu machen.

Maik Pfingsten: Genau. Und jetzt ist das zweite Jahr. Das ist ja dann dein volles Jahr. Das erste war ja ein Rumpfjahr. Jetzt ist das zweite Jahr. Wenn du im Rumpfjahr, sagen wir mal, in den sechs Monaten sechzigtausend Euro gemacht hast, dann im zweiten Jahr machst du dann irgendwie hunderttausend, oder huntertzwanzigtausend, bist total glücklich. Jetzt kommt der Punkt, wenn du keinen Steuerberater hast, solltest du dann einen haben. Jetzt geht es darum, eine Einkommenssteuererklärung für dich in der Selbständigkeit zu machen. Ja, das macht dein Steuerberater auch. Und dann sagt dein Steuerberater dir irgendwann, ganz fröhlich am Telefon. „Wissen Sie was, Herr Pfingsten, wissen Sie was, Herr Ratajczak, da müssen Sie vierzigtausend Euro nachzahlen. Da denkst du schon mal, Scheiße. Weil die wenigsten legen das Geld zurück. Also Tipp Nummer eins in diesem ganzen Bereich Steuern, legt die Hälfte oder legt 15 bis 20 Prozent des abgerechneten Nettobetrages, den du bei deinen Kunden in Rechnung gestellt hast, direkt schon mal weg, direkt an die Seite. Da kommen zehntausend Euro rein. Davon schiebst du einfach stumpf, also zehntausend Euro netto, also auch nicht verwechseln, Mehrwertsteuer reichen wir durch. Das ist was anderes. Also bei zehntausend Euro Nettorechnung sind das dann 11900 Euro brutto, die wir in Rechnung stellen. Da kannst du 1900 Euro, kannst du direkt mal woanders hinschieben. Das ist Mehrwertsteuer, die musst die sofort abführen. Aber da bleiben zehntausend netto über. Davon nimmst du 15 bis 20 Prozent, also keine Ahnung, nehmen wir 18 Prozent. Meistens passt das ganz gut. Nimmst du die 1800 Euro, und die schiebst du mal irgendwo ganz weit weg auf ein Konto, wo du am besten gar nicht die Zugangsdaten zu hast. Weg, weg, weg. Weil, was passiert nämlich nach diesem zweiten Jahr? Der Steuerberater kommt nicht auf dich zu und sagt: „Herr Pfingsten, vierzigtausend Euro Nachzahlung.“ Weil das hättest du eigentlich schon längst bezahlen müssen. Das Finanzamt sagt jetzt auch: „Vierzigtausend vorauszahlen.“ Weil wir gehen mal davon aus, dass wir zukünftig auch bezahlen müssen.

Oliver Ratajczak: Ja, genau. Und dann gibt es langes Gesicht Nummer zwei. Was ich schon oft erlebt habe, wo ich denke, alter Schwede, du kannst das doch nicht alles verballert haben.

Maik Pfingsten: Genau. Aber das wird gemacht da draußen. Und das killt dich. Und das Finanzamt ist an der Ecke Einkommenssteuer auch keinen Millimeter diskussionsbereit, weil das ist Geld, was dem Staat gehört. Da haben wir kein Recht darauf. Du hast es halt einfach nur dooferweise ausgegeben. Jetzt, und genau an dem Punkt, ist das mein absoluter Tipp. Und den hat mir glücklicherweise damals 2005, ich habe einen sehr guten Steuerberater bekommen, an die Hand bekommen. Der hat mir als allererstes genau den Tipp gesagt. „Herr Pfingsten, legen Sie von Tag eins bei jeder Rechnung 15 bis 20 Prozent einfach an die Seite auf irgendein Konto, was sie völlig vergessen. Und wenn ich dann mal irgendwann um die Ecke komme und sage, Herr Pfingsten, was immer Sie mit dem Internet machen, Sie müssen vierzigtausend Euro nachzahlen. Dann guckst du auf das Konto und sagst, ach, da ist ja zufälligerweise zweiundvierzigtausend Euro da.“ Das ist ja toll.

Oliver Ratajczak: Hier habe ich noch zweitausend geschenkt bekommen.

Maik Pfingsten: Genau, die zweitausend kann ich ausgeben. Aber die musst du nicht an Steuern zahlen. Also das ist so mein absoluter Tipp, wenn ihr euch selbständig macht, unterschätzt nicht das Thema Finanzamt.

Oliver Ratajczak: Wir haben jetzt hier eine ganze Menge dabei gelacht, aber ich habe im Umfeld ein paar Leute kennengelernt, denen das komplett das Genick gebrochen hat. Und die waren dermaßen überrascht. Ich meine, nicht nur, dass sie plötzlich Steuern zahlen mussten. Na gut, da sagt man, ein bisschen dumm, das hätte man vielleicht mit rechnen können, aber dann kommt ja sofort die Steuerkeule, bitte für das nächste Jahr auch noch. Und das ist nicht witzig.

Maik Pfingsten: Das hat ja sogar einen ganz tollen Begriff, irgendwie Vorauszahlung.

Oliver Ratajczak: Zurück, vorauszahlende Zurückzahlung. Also irgendwie so ein Begriff, den sie sich wirklich nur im Finanzamt ausdenken können.

Maik Pfingsten: Nachträgliche Einkommenssteuervorauszahlung, so rum.

Oliver Ratajczak: Genau. So war es.

Maik Pfingsten: Also genauso, richtig typisch deutscher Finanzbegriff. Ja, kommt da um die Ecke und will dann gleich noch mal den gleichen Betrag haben. Und das ist oftmals bei keinem auf dem Radar.

Oliver Ratajczak: Ja, den Tipp hatte ich glücklicherweise, als ich mich selbständig gemacht habe, damals von Tag eins. Danke noch mal, der mir den gegeben hat. Ja, super Sache.

Maik Pfingsten: Genau. Und das war jetzt mal so ein wilder Ritt. Wahrscheinlich fangen wir jetzt noch/ Wir können auch wahrscheinlich zwei Stunden quatschen.

Oliver Ratajczak: Ja, aber war super. Also, warum wir die Folge aufgenommen haben, warum ich den Maik eingeladen habe, nicht nur, weil er sozusagen den ersten Podcast gemacht hat, den ich gehört habe und mich zum podcasten gebracht hat, sondern weil er auch was zu erzählen hat und nicht nur irgendwas. Sondern ich bin ja mit zig Führungskräften da draußen unterwegs. Und wenn jetzt die Personalabteilungen ja auch zuhören und sagen: „Ja Moment, du machst uns jetzt die Führungskräfte abspenstig.“ Nein, habe ich nicht. Die sind schon so gut wie abspenstig. Und wenn man denen dann jetzt hilft, dass sie im Zweifelsfall nicht mehr die Position belegen, da kommt vielleicht ein anderer nach, habe ich dem Unternehmen, glaube ich, mehr Gutes getan als anders.

Maik Pfingsten: Genau. Ich denke, am Ende gewinnen alle, weil wenn du wirklich innerlich gekündigt hast und schon dich mit dem ganzen Thema Selbständigkeit vielleicht auch schon länger beschäftigst, es nur keinem erzählt hast, dann ist es wahrscheinlich für alle Beteiligten der beste Weg. Weil du gehst den Weg, den du willst. Du arbeitest wieder selbstbestimmt. Du kannst was ganz anderes machen als vorher. Ich habe viele dabei, die sich bei mir bewerben für meine Produktized Services Mastermind, die Führungskräfte sind. Die sind an einem Punkt, die sagen: „Na ja weißt du, jetzt, nach oben vielleicht könnte ich noch einen Karriereschritt machen. Na ja gut, ich kann jetzt noch einen Karriereschritt zur Seite zum Wettbewerber machen. Kann vielleicht auch noch ein bisschen mehr Geld verdienen.“ Aber das wollen die alles nicht mehr. Die wollen einfach eben diese Lebensqualität wieder haben, diese Selbstbestimmtheit, was das Arbeiten, was die Zeit angeht. Und wenn du in dieser Situation bist und diese Entscheidung für dich quasi durch viel immer wieder daran denken mehr oder weniger gefällt hast, dann ist es für dich selber besser, aber auch natürlich für den Arbeitgeber, für das Unternehmen, auch diese Leute dann ziehen zu lassen. Das Schlimmste, was Unternehmen dann machen können, ist einfach versuchen auf Teufel komm raus, solche Leute festzuhalten.

Oliver Ratajczak: Also da gibt es ja die übelsten Sachen mit Maulkorb, und die müssen dann noch ein halbes Jahr da rumsitzen, habe ich auch im Umfeld erlebt. Denen wurde dann das Notebook weggenommen. Und der durfte sich dann da hinsetzen, wo man auch denkt, was bitte habt ihr euch denn dabei gedacht? Das ist ja hanebüchen. Ja, passieren schlimme Dinge.

Maik Pfingsten: Ja.

Oliver Ratajczak: Maik, wo finden die Leute mehr über dich im Internet?

Maik Pfingsten: Also ganz einfach im Google-Tier eingeben, Maik Pfingsten, MAIK und Pfingsten wie Weihnachten. Google kennt mich. Darüber kommst du dann auf meine Webseite maik.pfingsten.de. Da findest du auch meinen Unternehmerpodcast. Das ist der Lifestyle Enterpreneur, den du erwähnt hast. Heißt nur jetzt Digital Game Changer. Das ist der gleiche Podcast, hat nur einen anderen Namen mittlerweile. Da erzähle ich aus dem Nähkästchen alles über das ganze Thema Selbständigkeit, Unternehmertum, Finanzen, alles möglich. Das, was eigentlich mich interessiert. Ich habe diesen Podcast damals 2014 gestartet, weil er mir 2005 gefehlt hat. Dieser Podcast hätte mir wahrscheinlich diese 250 tausend Euro, die ich versenkt habe, gespart. Und so habe ich damals 2014 angefangen, diesen Podcast zu senden, ohne damals je eine Intension zu haben, was ich damit mal irgendwann anfange.

Oliver Ratajczak: Dadurch haben wir uns kennengelernt.

Maik Pfingsten: Genau.

Oliver Ratajczak: Also alles gut. Also zumindest mal kenne ich einen, bei weitem nicht. Ja, also dann sollen die Leute auf deine Webseite gehen. Das ist gut. Maik, ich danke dir sehr. Das war wirklich ein wilder Ritt. Aber da waren super viele Tipps drin für die Podcasthörer.

Maik Pfingsten: Danke dir.

Oliver Ratajczak: Ich verlinke noch mal deine Seite bei mir in den Shownotes. Und dann freue ich mich im nächsten Mal wieder, von dir zu hören.

Maik Pfingsten: Danke dir, Oliver.

Oliver Ratajczak: Bis denn. Tschüss.

Maik Pfingsten: Bis denn. Tschüss.