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Im lockeren Gespräch mit der Wirkungsexpertin Petra Waldminghaus über deine Möglichkeiten deine Persönlichkeit besser sichtbar zu machen...

Wir sprechen über Dresscodes, Persönlichkeit sichtbar machen, individuelle Ausstrahlung, Selbstbild- und Fremdwahrnehmung, Knigge-Training und die Ausstrahlung von Mitarbeitern mit Kundenkontakt. https://wissen.ihre-kundenbrille.de ⇦ Wissen tanken! https://ihre-kundenbrille.de/podcast ⇦ mehr Podcast-Folgen

Die Shownotes zu dieser Podcastfolge

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Oliver Ratajczak: Hallo, schön, dass du heute wieder dabei bist bei dieser neuen Ausgabe von “Auf einen Kaffee mit …” In diesem Podcast geht es ja darum, wie man aus seinen Kunden profitable Stammkunden macht. Und dazu gehören eben nicht nur Dinge, die man an seinem Unternehmen anpacken kann, sondern auch viele Dinge, die man ganz persönlich an sich, an seinen Einstellungen und an seinem persönlichen Auftritt verändern kann. Ich freue mich ganze besonders, dass unsere heutige Aufnahme endlich klappt und treffe mich nun auf einen Kaffee mit der Expertin zum Thema Wirkung Petra Waldminghaus. Hallo Petra!

Petra Waldminghaus: Hallo Oliver, grüß dich!

Oliver Ratajczak: Schön, dass es funktioniert. Vielleicht sagst du mal ein paar Sätze zu dir. Wer du so bist und warum wir hier vielleicht reden.

Petra Waldminghaus: Das mache ich total gerne! Also, ich bin Petra Waldminghaus, seit fast zwanzig Jahren bin ich Imageberaterin. Das heißt, ich berate Menschen zum Thema Auftritt, Wirkung, Präsenz. Und vor allen Dingen Unternehmer, Menschen, die auch im Rampenlicht stehen. Und arbeite ganz individuell an der speziellen Wirkung von Menschen. Habe ein Buch dazu geschrieben, bilde auch Typ- und Imageberater aus, also ich habe ein umfassendes Beratungsnetzwerk mit sehr vielen Beratern. Es sind viele verschiedene Aspekte, die dazugehören.

Oliver Ratajczak: Im Vorfeld des Gesprächs habe ich noch mal auf deiner Webseite geguckt und habe gestaunt, was es da alles zu gucken gibt. Also, du bist wirklich ein Tausendsassa. Wir kennen uns ja aus dem Umfeld der Redner, da bist du ja auch noch unterwegs, seitdem du auf der Bühne stehst und Seminare gibst, et cetera. Also, schon sehr faszinierend. Und, wie ich gerade gesagt habe, es geht eben darum, auch mal an sich selber zu arbeiten, vielleicht mal sein Image zu formen. Geht ja nicht nur angezogen sein, sondern irgendwie gestaltet zu sein oder so was.

Petra Waldminghaus: Richtig! Es wird auch immer wichtiger. Die Dresscodes bröckeln überall. Ich habe gestern noch gelesen, Goldmann Sachs hat auch aufgehört mit Dresscode, die Mitarbeiter können sich jetzt da einfach frei anziehen, wie sie möchten.

Oliver Ratajczak: Das würde ich jetzt gern mal beobachten, wie das in den nächsten Wochen und Monaten da so aussieht!

Petra Waldminghaus: Ich auch!

Oliver Ratajczak: Das wird sich bestimmt nicht so schlagartig verändern, sondern nur so ein bisschen. Und dann werden die Leute, die mit dem Hoodie kommen, ganz komisch angeguckt, vielleicht. Das hängt ja auch viel mit Firmenkultur zusammen, das schaltet man ja nicht eben von heute auf morgen um, das kenne ich auch aus meinen Change-Projekten. Ich weiß gar nicht, ob du das wusstet: Ich hatte mal einen Lehrauftrag zum Thema Kundenbeziehungsmanagement bei einem recht exotischen Studiengang, der hieß nämlich “Mode, Marken und Trend-Management”.

Petra Waldminghaus: Nein!

Oliver Ratajczak: Ja, faszinierend! Und im Rahmen damals der Vorbereitung für das Studium bin ich über ein witziges Zitat gestolpert, von der britischen Journalistin und Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, Anna Wintour, die hat nämlich gesagt: “Wenn du nicht besser nicht als deine Konkurrentin, dann ziehe dich wenigstens besser an!” Und das fand ich irgendwie ziemlich nett. Das heißt ja sozusagen, wenn man fachlich nicht so gut ist, dann besser mal die Verpackung besser machen.

Petra Waldminghaus: Ja, das kann man natürlich machen. Aber, wenn am Ende da eine Nullnummer drin steckt, dann bringt auch die beste Verpackung nichts. Also, das muss man schon sagen. Man braucht schon auch Substanz. Letztendlich gilt für mich immer so, durch die Verpackung mache ich eigentlich das sichtbar, was in mir steckt. Das sollte man natürlich machen, Persönlichkeit sichtbar machen. Das ist auch eher mein Thema. Da geht es jetzt gar nicht darum, Menschen fashionmäßig immer nach dem neuesten Trend zu kleiden, sondern zu gucken, wer ist das eigentlich, was steckt drin, was hat diese Person für eine individuelle Ausstrahlung? Wenn man das trifft durch die Verpackung, hat man eine authentischere und klarere Wirkung. Also, man spricht quasi durch die Verpackung zusätzlich.

Oliver Ratajczak: Das kann dann aber im Zweifelsfall das Zünglein an der Waage sein.

Petra Waldminghaus: Richtig!

Oliver Ratajczak: Der eine da aus dem Projekt, der, der immer so gut aussieht, der, der immer die kurzen Hosen anhat mit den buntesten Socken/ Keine Ahnung!

Petra Waldminghaus: Ja, genauso ist es aber. Und deswegen sehe ich es auch in den Beratungen. Ich habe sehr häufig Leute in der Beratung, die genau deswegen auch Schwierigkeiten haben, weil sie merken, sie müssen jetzt anfangen, sich mit sich selber zu beschäftigen und sich damit auseinanderzusetzen. Früher war es einfacher, jetzt muss man sich doch ein bisschen mehr Gedanken machen.

Oliver Ratajczak: Faszinierend! Wenn ich jetzt beispielsweise Abteilungsleiter bin, wahrscheinlich wie einige von denen, die zuhören. Und ich merke, ich müsste mal etwas tun, weil ich ein bisschen untergehe zwischen den anderen Kollegen. Oder, irgendwie habe ich so das Gefühl, ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut, das gibt es ja auch. Dann rufe ich dich an und komme vorbei, oder wie läuft das?

Petra Waldminghaus: Ja, so kann man das natürlich machen! Also grundsätzlich ist erst mal, dass jeder sich mal Gedanken machen soll, wie möchte er eigentlich wirken, wie möchte er rüberkommen in seinem Job. Was möchte er auch bewirken? Das ist schon mal das Eine, dass man sich das mal im Vorfeld mal fragt. Also, wenn ich Kunden habe, dann frage ich die das, natürlich. Aber, allein sich schon mal darüber ein paar Gedanken zu machen oder auch mal andere zu fragen, Mensch, wie komme ich eigentlich rüber, wie nimmst du mich wahr? Auch mal ein ehrliches Feedback oder eine Kritik von anderen wahrzunehmen ist schon mal ein kleiner erster Schritt, sich mit sich auseinanderzusetzen. Und dann ist so eine Beratung natürlich, ich will das jetzt gar nicht hier verkaufen, aber es ist wirklich total sinnvoll, das mal einmal in seinem Leben zu machen. Weil man natürlich ein ganz anderes Gefühl für sich bekommt. Weil Eigen- und Fremdwahrnehmung, Oliver, das weißt du selber, die klaffen sehr häufig auseinander!

Oliver Ratajczak: Ja, ja, definitiv! Das erlebe ich auch bei meinen Kunden häufiger, wo man denkt, oh Mann! Aber da geht es gar nicht immer um Kleidung, sondern da geht es eher um “Ich bin doch der eigentlich nette Chef und die ganzen Mitarbeiter haben aber totale Angst” und so. Also, das erlebt man häufiger, dass Fremd- und Eigenwahrnehmung total auseinanderlaufen. Total verrückt! Also nicht, weil du sagtest, wir machen hier Werbung für dich, aber, warum auch nicht? Ich meine, du bist ja nicht umsonst in diesem Podcast! Ich glaube, das, was du tust, ist ziemlich gut. Und deswegen können die Leute ja davon profitieren. Also, die rufen dich dann an und kommen vorbei? Oder, wie muss ich mir das denn konkret vorstellen?

Petra Waldminghaus: Es ist so, dass ich mit denen telefoniere. Dann spreche ich mit denen natürlich erst einmal, was sie sich wünschen und was so das Hauptziel dieser Beratung ist. In der Regel gucke ich mir alle Profile an, die es von den Leuten gibt. Weil, das Thema Außendarstellung ist ja auch total wichtig. Wie stelle ich mich in Social Media dar, wie sieht meine Website aus, also, das ist schon umfassend. Also, ich gucke jetzt nicht nur, passt die Hose. Das kann man machen, das machen so paar Stilberater, die das so hobbymäßig nebenbei machen, aber, wenn es um Image geht, geht es halt um den Gesamt auftritt. Und da gucke ich natürlich, wie kommt die Person rüber? Ist sie stimmig, was nehme ich wahr, auch, wenn ich die Person noch nicht kenne. Das ist ganz wichtig. Also, ich schaue mir die Sachen an, bevor ich den Menschen in Echt gesehen habe. Weil, dann habe ich eine bessere Wahrnehmung dazu. Und bitte die Leute in der Beratung natürlich dann, Dinge mitzubringen aus dem Kleiderschrank, an denen sie etwas verändern möchten oder wie auch immer. Und wenn die dann kommen, nehme ich ja wieder wahr, wie wirkt die Person in Echt, in Natur, passt das mit dem, was ich virtuell gesehen habe. Und ja, darauf baut sich die Beratung dann auf. Also, wie ich eine Wirkung verändern möchte, das kann man einfach super gut machen mit Kleidung, mit Brille, Frisur, alles, was durch die Außengeschichten transportiert wird. Aber auch natürlich Körpersprache, das ist auch noch ein Thema. Manchmal mache ich auch Knigge-Themen, also Umgangsformen, gehe mit Leuten Essen. Also, das ist so umfangreich, die ganzen Themen, die habe ich gar nicht so alle kommuniziert, die gehören einfach für mich zur Persönlichkeit dazu. Und wenn etwas auffällt, wird das halt in der Beratung thematisch.

Oliver Ratajczak: Das finde ich eben so spannend an dir! Du bist eben nicht nur jemand der sagt: “Jetzt neuer Trend, kurze Hosen!”, sondern, da geht es eben um, wie hast du es so schön formuliert: “Das wirkliche Ich verstärken oder herausholen”?

Petra Waldminghaus: Persönlichkeit sichtbar machen.

Oliver Ratajczak: Das finde ich ziemlich spannend. Aber viele denken dann wahrscheinlich bei dem, was du tust, zuerst einmal an eine Typberatung und denken, das ist nur etwas für Frauen, da brauche ich nicht hin, oder?

Petra Waldminghaus: Früher war das ganz extrem. Jetzt bin ich mittlerweile natürlich recht bekannt und ich muss sagen, mehr als 50 Prozent meiner Kunden sind Männer. Weil natürlich gerade die auch merken, dass da so viel Potenzial dahintersteckt. Deswegen habe ich jetzt nicht das Thema, dass ich jetzt nur Frauen, in Anführungsstrichen “nur” Frauen berate, ich liebe es auch, Frauen zu beraten. Aber es ist einfach toll, dass immer mehr wahrgenommen wird, was dahinter einfach auch für ein Nutzen für den Einzelnen letztendlich auch steht.

Oliver Ratajczak: Kannst du vielleicht, anonymisiert natürlich, von irgendeinem Beispiel erziehen, irgendjemand, der vielleicht zu dir kam und wo du eigentlich gedacht hast, da kommt jetzt der König herein und dann kam aber eine Person, die ganz anders war. Vielleicht gibt es ja irgend so ein Beispiel?

Petra Waldminghaus: Es gibt viele Beispiele, ich könnte jetzt stundenlang reden.

Oliver Ratajczak: Ganz so viel Zeit haben wir nicht, aber vielleicht doch einen!

Petra Waldminghaus: Ich kann dir mal zwei Beispiele nennen. Ein ganz krasses Beispiel, es ist schon etwas länger her, da kam ein Pressesprecher zu mir, der auch aus dem Fernsehen bekannt war. Und ich wurde vorher in das Unternehmen eingeladen und sollte letztendlich auch diesen Menschen beraten, aber vor allen Dingen ihm beibringen, wie er Kaffee trinken soll. Ich habe erst gedacht, das darf nicht wahr sein. Und dieser Mensch kam, ich kannte ihn aus dem Fernsehen, ich war wirklich sehr aufgeregt damals. Und er war ein ganz Netter. Und habe ihm Kaffee angeboten und wusste, warum er da sitzt! Er fiel tatsächlich in sich zusammen, wie ein kleiner Junge, die Schultern vor, die Kaffeetasse total festhaltend. Und das ist ihm gar nicht bewusst gewesen und keiner hat sich getraut, ihm das zu sagen. Aus diesem Grund kommen oft Leute, die irgendetwas haben, aber die Chefs oder Chefinnen, die wollen dem nicht zu nahetreten und schicken die Leute dann zu mir, dass ich daran etwas verändere. Und jetzt, im letzten Jahr, hatte ich gleich drei Herren hintereinander in der Beratung, sehr lustig, die alle drei auf ihren Profilen komplett in schwarz gekleidet waren. Und der Meinung waren, dass man mit Schwarz hipp, männlich und auch künstlerisch aussieht. Aber, allen dreien stand das nicht, das waren alles jetzt nicht die Menschen, denen Schwarz jetzt gut zu Gesicht steht. Das war dann schon sehr spannend. Als sie dann in Echt kamen, hatten sie witzigerweise kein Schwarz an, alle drei nicht. Und das sah natürlich gleich viel besser aus! Und die sind total begeistert. Die haben natürlich dann vieles verändert, haben verstanden, warum Schwarz nicht wirklich gut ist. Und schon gar nicht auch zum Job teilweise passt. Jemanden, was die machen. Und da muss man genau gucken. Also, ich rede nicht jedem Schwarz aus, aber bei den Dreien war es tatsächlich richtig gut, es ihnen auszureden.

Oliver Ratajczak: Das ist schön, das ist spannend. Das mit dem Kaffee zum Beispiel, das finde ich sehr erstaunlich. Weil, das hätte ich jetzt bei dir gar nicht so richtig vermutet. So von wegen “Wie benehme ich mich, wie wirke ich als Person?”

Petra Waldminghaus: Ich bin auch noch Knigge-Trainer. Aber wie gesagt, das ist nicht mein Hauptthema. Ich möchte jetzt nicht von morgens bis abends Knigge-Seminare machen. Das macht mir auch mal Spaß und in vielen Unternehmen mache ich das auch, wenn ich mein Imagethema durch habe, fragen viele: “Was können sie denn noch?” Ich mache da immer Spaß mit denen. Und dann kommt das Thema Knigge oder Körpersprache oder sonst was. Es gibt noch ein paar mehr Themen, aber das muss gar nicht kommuniziert werden. Von daher ist es dann so, dass dann das Thema dann dazugehört. Aber zur Einzelberatung gehört es immer dazu. Weil, wir reden mit Menschen, wir benehmen uns irgendwie und all diese Themen gehören genauso zu unserer Visitenkarte wie unsere Klamotten, wie unsere Frisur, all das gehört zusammen, das macht uns ja aus.

Oliver Ratajczak: Wenn das sozusagen die Kernbotschaft dieser Podcastfolge ist, wäre ich schon zufrieden. Dass viele Leute vielleicht mal darüber nachdenken, wie wirke ich außerhalb, wie wirke ich, wenn man nicht nur vor meinem Büro steht und auf das Abteilungsleiterschild guckt, sondern, wie bin ich dann wirklich als Mensch? Diese menschliche Nummer, in Anführungsstrichen, wird ja immer wichtiger, gefühlt. In den letzten Jahrzehnten ist ja glaube ich eine Menge schief gelaufen und viele haben sich versteckt. Ich beobachte das häufiger. Das Verstecken hat ja manchmal auch ganz witzige Effekte. Es gibt zum bestimmte Parfums oder After Shaves für Herren, die sind dermaßen schwer, die nehmen einem total den Atem. Und ich habe festgestellt, dass das eine ganze Menge ausmacht. Ich kannte man einen Kollegen, der hatte „Oud“ heißt das Zeug, ist extrem schwer. Wenn der durch den Raum geht, hat es allen den Atem genommen und alle haben gedacht: “Uff!” Und er hat sich wahrscheinlich gedacht, damit unterstreiche ich meine Maskulinität. Aber ich habe gemerkt, dass viele Leute das nicht gut fanden!

Petra Waldminghaus: Ja, und das ist genau das! Und gerade Gerüche, auch das sind Dinge, die muss man ansprechen. Oder auch zum Beispiel, wenn jemand zum Beispiel ganz schlecht gepflegte Zähne hat, das muss ich ansprechen, das geht gar nicht anders. In meiner Position habe ich da natürlich freie Fahrt, in Anführungsstrichen. Die Leute kommen ja, weil sie eine ehrliche Meinung haben möchten. Und wenn sie merken, dass sie wertschätzend behandelt werden, weil letztendlich ist erst einmal jeder Mensch prima, so wie er ist, fertig. Punkt. Aber, es gibt eben noch Optimierungsmöglichkeiten. Ich bin auch jedes Mal sehr froh, wenn mir jemand sagt: “Schaue mal da, da kannst du noch was verändern!” Und nur so wächst man doch! Und das ist natürlich toll, wenn man in der Beratung das den Leuten gut zeigen kann. Ich rede gar nicht so viel, sondern ich zeige das meistens und frage, wie es wirkt. Und meist kommen die Leute darauf, dass es eben nicht so gut wirkt. Nur, weil ich frage! Das ist sehr, sehr spannend.

Oliver Ratajczak: Der typische Coaching-Ansatz sozusagen!

Petra Waldminghaus: Ja, ich arbeite letztendlich auch mit diesen Ansätzen, das ist ja logisch. Weil, ich möchte dass die Wertschätzung da ist und will nicht die Menschen fertigmachen. Ich möchte ihnen einen Blick dafür öffnen, wer sind sie eigentlich wirklich. Und sie sollen es ja auch in Zukunft ohne mich erkennen. Ich möchte nicht dauernd aus der Umkleide angerufen werden: “Frau Waldminghaus, soll ich das jetzt kaufen oder nicht?” Ich möchte es schaffen, in der Zeit, die mir zur Verfügung steht, denen das so beizubringen, dass das jeder dann hinterher auch umsetzen kann und es funktioniert.

Oliver Ratajczak: Spannend! Wie viel Zeit muss ich denn da einplanen. Wir hatten ja ehrlich gesagt noch nie das Vergnügen miteinander, wir kennen uns ja nur privat. Aber, sieben Wochen am Stück, nein!

Petra Waldminghaus: Nein, ach gar nicht! Also letztendlich ist es immer so, der erste Termin ist meistens zwischen drei und vier Stunden, und manchmal ist es auch schon der letzte Termin. Das ist jetzt nicht eine Zehn-Stunden-Sache, es sein denn, jemand möchte auch noch komplett mit mir einkaufen gehen. Aber, das ist bei meinen Beratungen oft nicht mehr nötig. Ich arbeite total visualisierend, also man steht wirklich vor dem Spiegel und verändere sehr viel im Schnittbereich oder so. Zeige Dinge, wie etwas wirkt. Und allein durch dieses Zeigen nehmen die Menschen das wahr, kriegen ein sehr gutes Gefühl auch für Proportionen. Die müssen auch kein Skript auswendig lernen und gar nichts. Alles, was man gesehen hat, vergisst mal eigentlich nicht mehr, weil, man erinnere sich daran. Und ich zeige denen Methoden oder wenn es neue Sachen gibt oder wenn sich die Figur verändert, das ist ja bei Frauen manchmal das Thema, mal ein paar Kilo.

Oliver Ratajczak: Bei Männern auch!

Petra Waldminghaus: Da hast du auch wieder Recht, stimmt, genau! Also, egal ob Frau oder Mann, ein paar Kilo mehr oder ein paar Kilo weniger, verändert sich etwas, dann hast du mehr oder weniger Möglichkeiten, aber wie man das für sich dann auch ohne mich hinterher letztendlich herausbekommen kann. Aber gibt natürlich dann noch wiederum welche, die kommen gerne zum Beispiel nach einem halb Jahr noch mal und bringen dann ihre Neukäufe mit oder gehen extra einkaufen, kaufen ganz viel und bringen das mit und wollen das noch mal kontrolliert haben.

Oliver Ratajczak: Dann darfst du aussuchen!

Petra Waldminghaus: Genau. Aber, ich bin begeistert, jedes Mal, wie toll das umgesetzt werden kann und wie sich Menschen verändern. Manchmal erkenne ich sie nicht mehr wieder, weil sie sich tatsächlich so extrem weiterentwickelt haben.

Oliver Ratajczak: Super spannend. Ich muss dann aber keine Angst haben, dass ich meinen kompletten Kleiderschrank wegschmeißen muss, wenn ich zu dir komme?

Petra Waldminghaus: Nein, das müssen sie nicht. Erst einmal ist es gut, wie sie sind. Dann kaufen sie neue Dinge und verändern sich. Und ich empfehle dann immer, von den alten Kamellen etwas wegzutun, wenn es etwas Neues gibt. Und da gibt es natürlich Leute, die haben ein bisschen mehr Geld zur Verfügung, die sind da sehr rigoros und machen das ganz systematisch und auch ganz schnell. Andere machen das Stück für Stück und entwickeln sich auch innerlich noch mal weiter. Das Äußere hat eben mit dem Inneren zu tun. Und das Spannende finde ich, dass Menschen hinterher sagen, das war eine Reise zu mir selbst, tatsächlich. Oder, ich habe mich selbst total verändert, auch innerlich, einfach dadurch, dass ich mich anders gekleidet habe. Vielleicht mal ein Beispiel. Ich habe eine Kundin, sie ist Unternehmensberaterin, die sehr zurückhaltend war und sich auch immer zurückhaltend gekleidet hat. Aber, aufgrund ihres Aussehens sehr gut kräftige, leuchtende Farben tragen kann. Das hat sie dann umgesetzt, es ist schwergefallen, weil sie ja so defensiv eigentlich eher aufgestellt ist. Und dann ist es aber so, dass die Leute sie aufgrund ihrer intensiveren Kleidungsfarben anders wahrgenommen haben, mit ihr viel öfter, schneller ins Gespräch gekommen sind und sie musste anders reagieren. Und sie sagt: “Ich bin viel offener geworden, weil die Leute anders mit mir reden, die übersehen mich jetzt nicht mehr.” Und das finde ich schon faszinierend.

Oliver Ratajczak: Das ist ja extrem krass!

Petra Waldminghaus: Das passiert wirklich oft! Und das ist auch nicht nur bei Frauen, im Gegenteil. Ich habe natürlich auch manchmal Männer, die sind zwei Meter groß, wiegen einiges und machen alles platt, optisch. Die sagen immer: “Alle denken, ich bin so böse und bin gar nicht so böse.” Und da kann man natürlich den Kleidungsstil so viel lockerer machen und so viel entspannter herangehen, dass natürlich auch da eine ganz andere Wahrnehmung dahinter ist und man mit diesen Menschen auch anders umgehen und kommunizieren kann.

Oliver Ratajczak: Super spannend. Ich glaube, nicht nur für die Hörer, sondern an Stelle der Hörer, da sind ja viele Führungskräfte dabei, denkt doch mal, liebe Führungskräfte, an eure Mitarbeiter. Vielleicht könnt ihr das ja auch mal steuern. Also, wie sehen die zum Beispiel aus, die Kundenkontakt haben. Und wie wirken die, das kann ja eine ganze Menge beeinflussen.

Petra Waldminghaus: Total. Also, es ist ja eine Visitenkarte. Ich finde es immer lustig, Unternehmen machen sich so viel Gedanken, was haben wir für Firmenwagen, wie sehen unsere Räume aus, was haben wir für Briefpapier. Aber, wie die Mitarbeiter aussehen, das steht immer an unterster Stelle. Ich habe auch schon in einigen Unternehmen da wirklich auch mehrere hundert Mitarbeiter teilweise beraten, im Laufe der Jahre. Und es ist schon faszinierend, wie sich das von einem auf den anderen Tag dann teilweise ändert, wenn die Leute wissen, worauf sie achten können. Und dann schon am nächsten Tag mit anderen Dingen aus ihrem Kleiderschrank zur Arbeit kommen. Das fällt sofort auf!

Oliver Ratajczak: Faszinierend! Deswegen gehe ich zum Beispiel häufig auf Messen, auch mit meiner Frau. Wir gehen einmal im Jahr immer auf eine Messe zu einem Thema, von dem wir keine Ahnung haben, genau, um so etwas anzugucken, wie präsentieren die sich, was vermarkten die. Und da sieht man ja manchmal Gestalten auf so Messeständen, wo ich denke: “Dieser Messestand kostet so viel wie eine Eigentumswohnung und dann stellt ihr da irgendwelche Hanseln hin, die, weiß ich auch nicht, die Krawatte wäre vielleicht auch ohne einen Flecken besser gewesen!” Ganz erstaunlich. Ich war mal auf so einer Konferenz, und da ist mir das passiert, dass jemand auf mein Schild geguckt hat und hat dann gesagt: “Ah, Ihre-Kundenbrille, Sie machen was mit Brillen?” Dann habe ich gesagt: “Nein, das ist nicht Brille, sondern ich helfe eher Unternehmen, ihre Kunden zu verstehen, deswegen heißt das Kundenbrille.” Du hingegen machst aber eine ganze Menge mit Brillen?

Petra Waldminghaus: Ach, das habe ich gerade ganz unterschlagen! Habe ich gar nicht erwähnt!

Oliver Ratajczak: Genau!

Petra Waldminghaus: Ach ja, ist auch egal! Aber, es ist wirklich ein großes Thema geworden. Ich habe auch darüber ein Buch geschrieben und bilde auch viele Optiker weiter. Weil, in dieser Branche ist echt noch ein Nachholbedarf. Die Brille hat sich in den letzten Jahren so verändert, wieder haben so viele Möglichkeiten, Auswahl und Optiker sind letztendlich erst mal aus dem handwerklichen Bereich gekommen und haben eine Brille zusammengebaut. Was natürlich total wichtig ist, weil wir ja auch gut gucken müssen und das ist schon ziemlich herausfordernd, was die tun. Aber das Thema, welche Brille passt in welches Gesicht, das wird nirgendwo gelehrt, in der Ausbildung lernen die das nicht. Und deswegen haben das ein bisschen als meine kleine Mission oder so mir vorgenommen, in meinem Leben noch zu bewirken, dass man bei jedem Optiker eine gute Brillenberatung bekommt. Das dauert noch und wahrscheinlich müssen meine Nachkommen das auch noch weiterführen. Aber, tatsächlich mit Brille im Gesicht hat man natürlich so viel andere Möglichkeiten der Wirkung auch wieder, ja, ich liebe das Thema mittlerweile!

Oliver Ratajczak: Ich glaube, wir könnten noch stundenlang weiterreden.

Petra Waldminghaus: Ja, ich glaube auch!

Oliver Ratajczak: Was wir auch gerne tun. Aber, ich glaube, es ist ganz gut herübergekommen, liebe Leute, stellt euch mal vor den Spiegel, denkt mal darüber nach, was ihr da tut und ruft vielleicht einfach mal die Petra an und redet mal mit ihr! Sie hat nämlich ziemlich gute Ideen, und ihr seht immer tiptop, chic aus. Aber, das ist ein anderes Thema. Hast du vielleicht noch Tipps für die Hörer? Irgendwas Kleines, wo du sagen könntest, denkt mal daran, macht mal das, das hilft vielleicht schon mal.

Petra Waldminghaus: Das ist jetzt gar nicht so einfach, so aus dem Ding heraus zu erzählen. Als Erstes würde ich sagen, einfach mal darüber Gedanken machen, wie man wirken möchte. Das hatte ich ja am Anfang schon mal erwähnt. Auch mal Menschen, die man gut kennt, wo man weiß, die sind sehr, sehr ehrlich, fragen, wie die einen wahrnehmen. Und dann auch entsprechend, man selbst weiß ja, was man nicht an sich mag. Und das Problem ist, dass die meisten Menschen das wissen und versuchen, das zu vertuschen. Das Problem ist, dass sie es eigentlich dadurch erst mal richtig in den Vordergrund heben. Meist ist so, wenn jemand ein paar Kilo verbergen möchte, hängt er etwas Weites darüber, macht dadurch aber Aufmerksamkeit. Also alle, die so ein bisschen sagen, ich möchte gerne ein bisschen schlanker wirken, zum Beispiel, Männer wie Frauen, körpernah an der Stelle arbeiten. Natürlich nicht, dass es wie eine Wurstpelle aussieht, aber einfach körpernah. Weil, dann macht man sich tatsächlich auch wirklich schmaler. Und nicht alles drüberhängen und total lang tragen. Das ist ein ganz häufiges Beispiel. Also, damit würde ich zum Beispiel mal anfangen. Und wenn man dann seien Wirkung herausgearbeitet hat, was man gerne möchte, dann lohnt es wirklich, dann auch gezielt heranzugehen und das auch umzusetzen. Und das kann man nicht in drei Sätzen sagen.

Oliver Ratajczak: Nein, das wäre auch viel zu viel verlangt, aber, es ist doch schon mal gut!

Petra Waldminghaus: Es ist ja auch so individuell!

Oliver Ratajczak: Das war doch schon mal super! Also, mir persönlich reicht das total. Und es geht ja auch hauptsächlich darum, dass die Leute eine grobe Idee davon kriegen. Ich meine, mehr kann man in zwanzig Minuten nicht erwarten. Und dass sie wissen, wenn sie darüber nachdenken, wer der richtige Ansprechpartner ist, wo man hingehen ist. Und da sind wir schon: Wo finden denn die Zuhörer mehr über dich?

Petra Waldminghaus: Am besten ist, man gibt einfach meinen Namen im Internet ein. Petra Waldminghaus, das ist ganz einfach. Ich habe verschiedene Websites, man findet mich unter Brillenexpertin, man findet mich unter meinem Beratungsnetzwerk Corporate Color oder einfach unter www.petra-waldminghaus.de. Das ist das Einfachste, irgendwie findet man mich!

Oliver Ratajczak: Prima! Und das verlinke ich einfach in den Shownotes.

Petra Waldminghaus: Super, perfekt!

Oliver Ratajczak: Petra, mir hat es mal wieder super Spaß gemacht, mit dir zu plaudern. Und ich hoffe mal, den Zuhörern auch. Ich danke dir sehr!

Petra Waldminghaus: Ja, sehr gerne! Und, ich bin total gespannt!

Oliver Ratajczak: Bis bald!

Petra Waldminghaus: Tschüss, mach’s gut!