Lerne aus meinen Fehlern, um zu verhindern, dass dein Unternehmen auch untergeht!

In dieser Episode beschreibe ich dir, wie ich eines meiner Startups konzipiert und aufgebaut habe und wie und warum ich es dann 4 Jahre später abgeschaltet habe. Ich hoffe, dass du aus meinen Fehlern lernen kannst und wünsche dir viel Spaß beim Hören.

mit iPhone (iTunes) anhören mit Android (Google Podcasts) anhören

Die Shownotes zu dieser Podcastfolge

Weitere kostenlose Tipps für den Erfolg deines Unternehmens:

So habe ich eines meiner Startups versenkt!

In dieser Episode beschreibe ich dir, wie ich eines meiner Startups konzipiert und aufgebaut habe und wie und warum ich es dann 4 Jahre später abgeschaltet habe. Ich hoffe, dass du aus meinen Fehlern lernen kannst und wünsche dir viel Spaß beim Hören.

Hier findest du die weiterführenden Links, die ich in dieser Podcast-Folge erwähnt habe:

So verpasst du keine Podcast-Folge mehr:

❤-lichen Dank für deine Weiterempfehlung:

Sei doch bitte so gut den BLICKWINKEL KUNDE Podcast auch in deinem Netzwerk bekannt zu machen. So sorgst du dafür, dass regelmäßig neue Folgen mit frischen Tipps für den Erfolg deines Unternehmens erscheinen. Wie ein guter Fernsehkoch habe ich hierzu etwas vorbereitet: 🙂

Klick hier, um diesen Podcast weiterzuempfehlen << 

Diese Podcastfolge als Video

 

Inhalt dieser Folge

Hallo. Schön, dass du wieder hier bist und zuhörst. Ja, ich möchte heute einmal über meine Erfahrung berichten, wie ich eins meiner Startups versenkt habe. Generell ist es ja ein bisschen unpopulär, zuzugeben, dass man etwas vor die Wand gefahren hat. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass man aus solchen Katastrophen immer etwas mitnehmen kann. Im Zweifelsfall kann man dann darüber jeden, und irgendjemand davon abhalten, sich ähnlich zu verhalten, und im Zweifelsfall sein Geschäft vor die Wand zu fahren. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir zuhört, und vielleicht ein bisschen Spaß dabei habt.

 

Im Laufe meiner letzten Jahre, seitdem ich unterwegs bin nach dem Studium/ Nein, bereits im Studium habe ich ein Startup gegründet, und dann danach ebenfalls noch. Immer wieder treibt es mich dazu. Ich sehe irgendwelche Ideen, Marktchancen, und probiere es aus, weil ich denke „Warum nicht?“ Dank des Internets gibt es ja diverse Möglichkeiten, einfach einmal schnell etwas auszuprobieren, zu schauen, ob es klappt. Für mich war immer klar: Wenn ich ein Unternehmen gründe, dann immer selbst finanziert, weil das so meiner Überzeugung entspricht. Ich bin wirklich kein Venture Capital Freund vom Grundprinzip her. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Heute möchte ich euch davon erzählen, wie ich eins dieser Startups aufgebaut und ein paar Jahre später gleich wieder versenkt habe. Und ich hoffe, dass ihr ein paar Hinweise mitnehmen könnt, die ihr für euer Geschäft nutzen könnt. Ich fange einmal an.

 

Es war das Jahr 2005. Da habe ich mit meiner damaligen Freundin Sabine beschlossen, dass wir etwas zusammen auf die Beine stellen müssen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits fünf Jahre Erfahrung als Unternehmensberater, eine ganze Menge mit Webtechnologien gemacht, habe immer gearbeitet an der Schnittstelle zur IT, war selbstverantwortlich für die Entwicklung von Kundenprozessen in Unternehmen in diversen Projekten, und war verantwortlich für die Entwicklung einer Software zum Thema Beschwerdemanagement. IT war mein Ding, Kundenprozesse war meins. Und Sabine war zu dem Zeitpunkt Art Director in einer Inhouse Agentur, kam aus dem Marketing und konnte tolle Sachen machen mit geringem Aufwand, hat tolle Ideen, und hat es immer geschafft, Sachen einfach schön greifbar für Kunden zu machen. Und so haben wir beschlossen: Irgendwie müssen wir beide uns doch einfach einmal zusammentun, und einmal überlegen, ob wir irgendetwas können. Was konnten wir beide zusammen? Wir konnten mit Kundenprozessen umgehen, und wir kamen von verschiedenen Ecken. Ich kam hinten vom Beschwerdemanagement, Kundenservice, Kundenorientierung, Sabine kam von vorne, vom Marketing, Vertriebsunterstützung, et cetera. So hatten wir den ganzen Kundenlebenslauf in einem großen, großen Zweierteam versammelt, und haben dann überlegt und überlegt, und hatten dann irgendwann eine Grundidee. Die entstand abends einmal. Wir waren irgendwo essen, und haben geredet und geredet, und irgendwann hatten wir die Grundidee, und haben gesagt „Das ist es doch. Das gibt es nicht. Das deckt ein Problem, löst ein Problem für Leute. Lass uns das einfach einmal probieren.“ Wir haben relativ schnell eine Domain ersonnen, haben geschaut, sie war noch frei, es gab da keine rechtlichen Bedenken. Wir haben die registriert, und haben dann so die nächsten zwei, drei Wochen immer wieder weiter dran gearbeitet. Ich möchte sagen: Ich war angestellter Unternehmensberater, Sabine war Art Director, wir haben das nebenberuflich gemacht, so als Hobby, und immer wieder einmal überlegt. Und drei Wochen ungefähr, nachdem wir die Domain registriert hatten, kam dann ein Brief von jemandem, der sagte „Eieiei, da habt ihr ja eine tolle Domain – ich habe hier ein bisschen Stress für meinen Chef, weil wir planen eine etwas größere Kampagne, und genau die Domain, ich habe vergessen, die zu registrieren, ihr wart schnell. Ich zahle euch Summe X.“ Dann haben wir uns zusammengesetzt und haben gesagt „Die Idee ist jetzt relativ jung. Was machen wir denn da? Ziehen wir das jetzt durch? Oder sagen wir ‚Komm, egal was passiert, die werden uns mit einer Kampagne, direkt daneben setzen mit so einer ähnlichen Domain das Wasser abgraben.‘?“ Das macht keinen Sinn, deshalb haben wir da ein bisschen nachverhandelt, den Preis nicht akzeptiert, etwas in die Höhe getrieben, und dann verkauft, und hatten dann Startkapital für eine neue Idee. Das hat dann wieder ein paar Wochen gedauert, wir haben überlegt und gemacht und getan, hatten noch eine andere Idee, und waren öfter auf Kunstmärkten unterwegs, und haben gesehen, dass es da eine Menge Künstler, Kunsthandwerker und Designer gab, die echt tolle Sachen gemacht haben. Die hatten einen Stand und haben dann ihre Fotos verkauft. Einer war dabei, der hat Malmaschinen verkauft, sehr witzig. Das waren so kleine aufziehbare Roboter, da hat man einen Bleistift eingespannt, und der ist dann übers Papier geflitzt und hat lustige Sachen gemacht. Total toll, extremst kreativ. Und wir haben die gesehen, und haben gesagt „Mann, das ist so toll, das muss man zeigen.“ Aber es haben nur die Leute gesehen, die auf diesem einen Kunstmarkt waren, der in irgendeinem Stadtteil war oder so. Und wir haben uns gedacht „Warum bauen wir nicht eine Dachmarke für diese Künstler, Designer und Kunsthandwerker, Handwerker, wo die eine Möglichkeit haben, ihre Sachen dank des Internets einem größeren Publikum zu präsentieren?“, und haben dann beschlossen: Genau das machen wir. Wir bauen eine Dachmarke für Künstler, Designer, Kunsthandwerker, wo die sich selber präsentieren können, wo die ihre Produkte vorstellen können. Und wenn jeder ein bisschen Traffic Richtung Dachmarke schickt und das bewirbt mit Aufklebern und wer weiß, was wir alles damals hatten bei seinen Kunden, kann die Plattform wachsen, und davon haben alle etwas. Ja, kommt euch vielleicht bekannt vor. Kennt ihr DaWanda? Diese Plattform, die genau das jetzt tut? Ja, DaWanda haben wir nicht gegründet, wir waren ungefähr zwei Jahre vorher unserem Konzept und dem Projekt live, und haben versucht und haben es ganz gut hinbekommen. Das war eine extrem schöne Plattform, die hat genau den Zeitgeist getroffen, wir haben die Leute angesprochen, und das hat meistens funktioniert, dass die gesagt haben „Oh, das ist toll, da wollen wir mitmachen.“ War cool. Die Plattform war technisch sage ich einmal – naja, es war 2005, als wir damit losgelegt haben – ein wenig holprig. Da waren teilweise Alpha-Komponenten drin, die nicht so Update-freudig waren. Wir haben ein Update eingespielt, und haben alles zerschossen, wieder ein Backup eingespielt, wieder Arbeit von vorne. Es war eine Menge technisches Lernen, eine Menge Grafikgefummel, ein Theme bauen war damals noch nicht wirklich so verbreitet, dass man es einfach aus dem Regal nimmt und für ein paar Dollar kauft, sondern wir haben da durchaus eine Menge Arbeit reingesteckt, haben ziemlich viel in Design gesteckt, ziemlich viel in Neukundenakquise plus technische Konfiguration. Wir hatten einen eigenen Veranstaltungskalender für alle möglichen Kunstmärkte, die man bewerten konnte, et cetera. Wir hatten sogar eigene Musik, die zu dem Gesamtkonstrukt passte. Das war damals so ein weißes Schloss mit Ranken und Röschen, genau auf die Zielgruppe der potentiellen KäuferInnen abgestimmt. Kam ganz witzig an. Es gab diverse Mitmachmöglichkeiten. Und das darf man nicht vergessen: Das war noch deutlich vor den ganzen Social Media Zeiten. Facebook wurde ungefähr zur selben Zeit gegründet, aber bis es dann in Deutschland zum Tragen kam, hat es noch Jahre gedauert. Naja, und mit diesem Produkt, mit diesem Projekt, was wir da umgesetzt hatten, wirklich viel Arbeit und viel Freizeit reingesteckt hatten, haben wir insgesamt mindestens zwei Fehler gemacht, und die möchte ich euch jetzt gern einmal erzählen.

 

Noch einmal zurück: Wir haben mindestens zwei Fehler gemacht. Wir haben extrem viel Freizeit rein gesteckt in dieses Projekt, und haben die ganze Zeit genutzt, um diese Plattform irgendwie nach vorne zu bringen, und haben dabei einen strategischen Fehler gemacht, der hört sich relativ doof an: Wir haben auf Qualität gesetzt. Qualität? Wieso auf Qualität? Man muss immer auf Qualität setzen. Man muss immer wichtig sein. Ja, aber wir hatten eine andere Idee. Wir haben diese Kunstmärkte besucht, und haben da besondere Rohdiamanten gefunden, haben gesagt „Mann, die sind so einmalig, davon gibt es bestimmt noch mehr. Wir werden versuchen, die auf einer Plattform zu versammeln.“ Und damit nicht jeder reinkommt, und im Zweifelsfall das hohe Image dieser Plattform kaputt macht, haben wir eine Jury aufgebaut, und jeder Künstler konnte sich bewerben mit ein paar Bildern, ich glaube sogar Videos damals ebenfalls bereits. Die haben wir dann an die Jury geschickt, und die konnten dann Damen rauf, Daumen runter, und dann wurde derjenige zugelassen zur Plattform oder nicht. Das hat dazu geführt, dass wir extrem langsam gewachsen sind. DaWanda hat das damals kurze Zeit später strategisch deutlich besser gelöst, die haben einfach – DaWanda verzeiht mir – alles aufgenommen, was irgendwie mitmachen wollte. Und das führte dann dazu, dass da die Künstler versammelt waren, die wir nicht so gerne haben wollten, weil wir dachten, das ist – wie hieß es damals? – Einmaliges aus Kunstdesign und Handwerk. Da waren dann Sachen, die waren nicht so einmalig, sage ich einmal. Geklöppeltes, Getöpfertes, so man sagt „Eieiei, das habe ich ebenfalls einmal gemacht.“ Es war wirklich nicht beeindruckend. Aber DaWanda hat alle aufgenommen, hat unabhängig von der Qualität wirklich alle Künstler, Designer aufgenommen mit ihren Produkten, und sind dann hingegangen, und haben nur mit den Künstlern und den Produkten extrem guter Qualität Werbung gemacht. Kleiner strategischer Unterschied. Wir haben gesagt „Wir lassen nur die Guten rein, und dann machen wir mit den paar Werbung. Unsere Plattform ist klein und exklusiv und besonders.“ Und DaWanda hat gesagt „Unsere Plattform ist groß, alle sind dabei, wir verdienen aber über den long Tail. Im Zweifelsfall verkaufen wir Sachen, die nur ganz, ganz, ganz nischige Fans betreffen. Aber wir decken damit den long Tail ab.“ Haben wir leider nicht gemacht.

 

Und als zweites hatten wir zwar eine Menge Spaß, dieses Portal aufzubauen, haben das aber nebenberuflich gemacht. Und wir hatten beschlossen „Wir möchten kein Fremdkapital drin haben.“, alles bootstrapped, alles selbstfinanziert damals mit dieser kleinen Anschubfinanzierung durch die verkaufte Domain. Alles großartig, aber wir sind dadurch langsam gewachsen. Plus die Entscheidung, dass wir auf Qualität setzen und nicht alle nehmen. Ja, und nach drei Jahren passierte es dann plötzlich: DaWanda war am Markt, und ist mit Geldgebern im Kreuz und Venture Kapital extremst schnell gewachsen. Wirklich extrem schnell. Wir konnten zuschauen und haben gestaunt, wie viele Produkte die aufgenommen haben, wie viele Künstler. Wie soll ich sagen? Die hatten einfach richtig Geld im Kreuz, und die haben es nicht nebenberuflich gemacht und nicht zu zweit.

 

Fazit: Wir haben die Plattform dann im Endeffekt nach vier Jahren geschlossen, haben in der ganzen Zeit in den vier Jahren wirklich eine Menge gelernt, eine Menge IT, eine Menge Problematik, eine Menge Diskussionen mit potentiellen Kunden, mit Kunden „Warum ist diese Plattform gut für dich? Mach doch mit!“ Es gab ein kostenloses Paket, da konnte man teilnehmen, wie auch immer, und dann upgraden. Es war alles extrem lehrreich.

 

Mein Fazit und meine Tipps an euch: Vergesst nie, den Wettbewerb zu beobachten! Das hört sich so lustig und einfach an „Ja, da muss man nur schauen: Wer macht denn genau dasselbe wie ich?“ Es geht aber nicht um genau dasselbe, sondern einmal ein bisschen links und rechts schauen. Und nicht vergessen: Der Wettbewerb kommt manchmal einfach so daher, hat Millionen Venture Kapital im Kreuz, und zack, baut eine Plattform auf, die euch innerhalb von Monaten an die Wand spielt, und dann hat es sich erledigt. Wäre nicht das erste Mal, dass eine große Firma, die denkt, sie wäre groß und unbesiegbar und würde ewig dauern, dann einfach einmal irgendwann den Stecker gezogen bekommt. Ja, das ist passiert. Und macht euch Gedanken drum, wie schnell ihr wachsen wollt, und vor allen Dingen, wie schnell ihr wachsen müsst. Es kann sein, dass ihr bereits seht „Ah, da am Horizont, da kommt jemand, der könnte in unser Gebiet eingreifen.“ Dann macht euch wirklich Gedanken: Wie schnell könnt ihr wachsen, um den an die Wand zu spielen? Könnt ihr euch das Gebiet aufteilen? Oder ist einer schneller? Wie groß müsst ihr wachsen? Macht euch da vorher Gedanken drum. Und Quintessenz war dann: Schweren Herzens haben wir dann die Plattform vier Jahre später zugemacht.

 

Aber die ganze Geschichte hat ein Happy End: Meine damalige beste Freundin ist heute meine Frau, und wir arbeiten sogar manchmal zusammen in Kundenprojekten. Und die Erfahrung, die wir damals gemacht haben, die wir nebenberuflich gemacht haben, weil wir diese ganze Kombination aus Technik und Marketing und Vertrieb hatten, die hilft uns heute noch, weil wir inzwischen manchmal in Projekten unseren Kunden helfen, ihre Produkte besser zu verkaufen, und ständig spielen Erlebnisse rein, die wir aus der Zeit damals hatten. Außerdem welche aus Erlebnissen, die wir jetzt in den ganzen Projekten seit der Zeit hatten. Aber trotzdem gibt es immer wieder so Momente, wo wir sagen „Achtung, Vorsicht an der Bahnsteigkante, das nicht mache, weil ich erzähle einmal kurz eine Geschichte: Damals, damals, damals ist es so gelaufen. Würde ich nicht machen, weil.“

 

Ja, lange Rede, kurzer Sinn: Achtet unbedingt auf euren Wettbewerb. Und macht euch genau Gedanken, wie schnell ihr wachsen müsst. Ist Qualität vielleicht einmal nicht so im Fokus, und dann könnt ihr vielleicht ein bisschen schneller? Selbst wenn: Macht etwas! Das ist meine Botschaft. Probiert es einfach aus. Dank Internet ist es so schnell. Baut eine Webseite auf, schaut, ob der Markt reagiert. Ist der Markt überhaupt da? Wenn es nicht klappt, macht das Ding wieder zu. Vielleicht lernt ihr da ja eure Traumfrau kennen, so wie es mir gegangen ist.

 

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und sende liebe Grüße. Bis bald, euer Oliver.

Weitere Folgen dieses Podcasts

1 - Wer ist dieser Oliver Ratajczak und was macht der eigentlich? (Dauer: 0:16:34)
♪ Hier KLICKEN, um diese Folge direkt abzuspielen ♪

21 - Warum ein Einkauf bei IKEA besser sein kann, als dein nächster Urlaub? (Dauer: 0:12:59)
♪ Hier KLICKEN, um diese Folge direkt abzuspielen ♪

24 - Auf einen Kaffee mit Prof. Dr. Gunter Dueck (Dauer: 0:54:19)
♪ Hier KLICKEN, um diese Folge direkt abzuspielen ♪

Diesen Podcast kostenlos abonnieren:

per iPhone abonnieren(iTunes) per Android abonnieren (Google Podcasts)

♥-lichen Dank für's Weiterempfehlen: